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An gespendeten Geldern darf kein Blut kleben

März 25, 2019

Zu Kirche und Welt 4.2019, S.22-23: Möglichst viel verdienen – und dann spenden

Dominic Roser, der gemäss seinem Portrait die Herkunft der Mittel als zweitrangig einstuft, der Wirtschaft und Ethik studiert und sogar das Doktorat gemacht hat, macht es sich mit dem Verdienen und Spenden zu einfach. Ich kann es nicht verstehen, dass man die Herkunft der Gelder nicht hinterfragt. Wenn gewaschenes Geld gespendet wird, das mit Unrecht und Leid «verdient» wurde, komme ich mir vor, wie wenn den Geschädigten wieder etwas zurückgeben wird, um das Gewissen zu beruhigen, weiter im bisherigen Stil. Es befremdet mich sehr, dass der Satz «Entscheidend ist nicht, wie das Geld erwirtschaftet wird, sondern was man mit dem verdienten Geld macht» noch extra im Text hervorgehoben wird. Beide Teile sind wichtig. Ob John Wesley seine Botschaft, wie im letzten Absatz zitiert, heute ohne die Herkunft des gespendeten Geldes zu prüfen, an seine Anhänger weiter geben würde, wage ich zu verneinen. Was mir ebenfalls sauer aufstösst, ist wie Dominic Roser die Freiwilligenarbeit bewertet. Ich mache in Erlenbach ZH seit Jahren Freiwilligenarbeit und hoffe sehr, dass der Wert meines Einsatzes für die Gemeinschaft zählt und nicht die Effizienz, was diese auch immer bedeuten mag.

Max Stahel, Erlenbach

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