Sie befinden sich hier: Startseite / News und Publikationen / News
suche

Glaube und Liebe

"Selbst ein Mensch mit geringen Begabungen – was kann er nicht alles tun, wenn er von Glaube und Liebe erfüllt ist."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Donnerstag 18. Januar 2018 09:33Alter: 151 days
/ Kategorie: Weltweit

Zuflucht und Hilfe für stigmatisierte Frauen

Der Ostkongo gilt als «Vergewaltigungs-Hauptstadt der Welt» und ist ein Gebiet, in dem Vergewaltigung als Kriegswaffe eingesetzt wird. Dank der Unterstützung von Mitgliedern der EMK in den USA kann sich die EMK im Ostkongo für vergewaltigte und stigmatisierte Frauen und Mädchen einsetzen.

Leiterinnen von Frauenorganisationen und Frauen, die von Milizsoldaten vergewaltigt wurden, bauen am Fundament des neuen Hilfszentrums in Kindu

Der methodistische Bischof Gabriel Yemba Unda hat als Vision für sein Bischofsgebiet «Aufstehen und Aufbauen» gewählt. Für ihn wird diese Vision gerade auch dort konkret, wo sich die Ostkongo-Konferenz der EMK einer Bevölkerungsgruppe zuwendet, die besonders verletzlich und stigmatisiert ist: den Frauen und Mädchen, die im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen vergewaltigt worden sind. Frauen und Mädchen, die nicht nur Opfer eines furchtbaren Verbrechens geworden sind, sondern die in vielen Fällen anschliessend auch von ihren Familien verlassen werden.

 

Vor einem Jahr wurde der Bau eines Zentrums in Kindu ins Auge gefasst, das Vergewaltigungsopfern nicht nur eine Zuflucht bietet, sondern auch die Möglichkeit, Heilung zu finden und die Überwindung des lähmenden Stigmas, das sie zu Ausgestossenen macht. Drei Jährliche Konferenzen der EMK in Nordamerika setzten sich zum Ziel, USD 350'000.— für dieses Zentrum zu sammeln. Ein Jahr später sind 90% dieser Mittel beisammen. Für Pfarrerin Neelley Hicks, Koordinatorin der Fundraising-Kampagne, ist dies ein Wunder und ein Zeichen von Gottes Gnade.

 

In diesem neuen Zentrum in Kindu sollen verschiedene Programme stattfinden, die Ausdruck sind des Einsatzes gegen Vergewaltigung und Stigmatisierung – und für betroffene Frauen.

 

Der Einsatz der EMK im Ostkongo geht aber weit über den Bau und Betrieb dieses Gebäudes hinaus. So wurde ein Animationsfilm produziert, der unter dem Titel «Eine Bitte an meinen Vater» eine bewegende Geschichte erzählt: Ein Knabe fragt seinen Vater, weshalb die Menschen seine Mutter und seine ältere Schwester auslachen würden. Warum die Dorfältesten sagen würden, die beiden gehörten nicht mehr zum Dorf. Warum keine Familienangehörigen mehr zu Besuch kämen. Warum sie keine Freunde mehr hätten. Warum er seine Mutter und seine ältere Schwester verlassen hätte. Die beiden hätten sich doch nichts zuschulden kommen lassen – sie jetzt zu verstossen bedeute vielmehr, sie für etwas zu bestrafen, das die Milizsoldaten an ihnen getan hätten. Und letztlich bedeute es, jene Männer, welche die grausame Tat begangen hätten, gewinnen zu lassen.

 

Der rund zweiminütige Film ist in neun Sprachen erhältlich und kann rund 90% der Bevölkerung der DR Kongo erreichen. Er wurde in Kirchen vorgeführt und wird auch immer wieder von RTNC, dem nationalen kongolesischen Sender, ausgestrahlt. Auf diese Weise sind schon mehrere hunderttausend Haushalte erreicht worden. «Eine Bitte an meinen Vater» ist ein Film, der zur Bewusstseinsbildung beiträgt und Menschen hilft, sich gegen die Stigmatisierung vergewaltigter Frauen einzusetzen.

 

Bischof Gabriel Yemba Unda ist dankbar für diesen Film: «Er ist ein wichtiges Kommunikationswerkzeug, das uns hilft, den Menschen ganz nahe zu sein und den Opfern von Stigmatisierung ein Gesicht zu geben.» Und Judith Osongo Yanga, Kommunikationsverantwortliche der Ostkongo-Konferenz ergänzt: «Die Gesellschaft hat völlig vergessen, dass diese Frauen ein Recht haben, zu leben. Angesichts dieser Situation ist es die Aufgabe der Kirche, ihnen zu helfen, einen Platz zu finden und ihr Leben neu zu gestalten.»

 

Quelle: United Methodist News Service / Urs Schweizer, Sekretariat des Bischofs, Zürich


United Methodist Church