Sie befinden sich hier: Startseite / News und Publikationen / News
suche

Glaube und Liebe

"Selbst ein Mensch mit geringen Begabungen – was kann er nicht alles tun, wenn er von Glaube und Liebe erfüllt ist."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Samstag 18. November 2017 11:25Alter: 247 days
/ Kategorie: Weltweit

Zentralkongo: „Jetzt muss die Kirche prophetisch auftreten“

Die Präsidentenwahlen in der Demokratischen Republik Kongo finden wohl erst Ende 2018 statt. Doch Vorwehen zu diesen Wahlen sind heftig und auch in der Kirche zu spüren. Ein Gespräch mit dem Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) im Zentralkongo.

Die Kirche im Zentralkongo will mit prophetischer Stimme die Bevölkerung auf die Wahl vorbereiten. Das ist das Anliegen von EMK-Bischof Daniel Lunge Onashuyaka, zurzeit in der Schweiz unterwegs.

„Die Kirche muss jetzt prophetisch auftreten“, schiesst es aus dem Mund von Bischof Daniel Lunge Onashuyaka. Der EMK-Bischof im Zentralkongo will seine Kirche darum besonders gut auf die Präsidentschaftswahl vorbereiten. „Das Kirchenvolk muss bereit sein, damit es die politische und soziale Verantwortung wahrnehmen kann, welche diese Wahlen mit sich bringen“

 

Instabile Lage

 

Wie in einem Schmelztiegel fliesse im Zentralkongo alles zusammen, erklärt der Bischof: Die vielen Flüchtlinge von verschiedenen Regionen aus dem Kongo, das Auftreten der zahlreichen politischen Parteien und Gruppierungen aus dem ganzen Land, das Übergreifen der Rebellen auch in bisher ruhige Regionen – all das mache die Lage sehr gefährlich und angespannt.

 

Guter Präsident gesucht

 

Es sei eine Aufgabe der Kirche, ihren Mitgliedern und Kirchenbesuchern gewisse Hilfestellungen für die Wahlen zu geben. Das bedeute nicht, einzelne Kandidaten zu favorisieren. Vielmehr müsse den Menschen gezeigt werden, wie sie die guten Kandidaten finden und wählen können; „die Bewerber, die nicht nur für sich und ihren Clan agieren, sondern ein Programm haben, das die ganze Gesellschaft einschliesst“, sagt Bischof Lunge.

 

Gewalt in der Kasai-Provinz

 

Vor einem Jahr brach in der vormals friedlichen Provinz Kasai ein Konflikt aus, bei der Hunderte Menschen ermordet und zahlreiche Menschenrechtsverletzungen begangen wurden. Auch mehrere Kirchen der EMK seien abgebrannt worden, sagt der Bischof. Besonders tragisch sei jedoch, dass es der Kirche nicht gelungen sei, die Kinder zu schützen. Viele Minderjährige waren nämlich von militanten Gruppen rekrutiert, mit Waffen ausgerüstet und zum Töten gezwungen worden.

Umso mehr hoffe die Kirche jetzt auf einen Präsidenten und eine Regierung, welche ihr Mandat mit Prinzipien der Liebe, der Toleranz und des Friedens zum Wohl der Gesellschaft ausübe.

 

Autor: Connexio/Thomas Hanimann


United Methodist Church