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Schrift und Verstand

"Ich gründe alle meine Grundsätze auf die Heilige Schrift und auf den gesunden Menschenverstand."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Mittwoch 15. November 2017 10:04Alter: 158 days
/ Kategorie: Weltweit

Bischof im Ostkongo: „Und doch habe ich keine Angst“

Im Ostkongo dauert der gewaltsame Konflikt schon seit Jahren an. Die Kirchen mahnen bisher vergeblich zur Versöhnung und helfen den zahlreichen Flüchtlingen im Land.

Bischof Gabriel Unda Yemba hat im Ostkongo täglich mit Gewalt, Katastrophen und Korruption zu tun. "Die Nächstenliebe wird herausgefordert", sagt er während seines Besuches in der Schweiz.

Der protestantische Kirchenrat „Eglise du Christ au Congo“ sowie eine ökumenische Gesprächsplattform zusammen mit der katholischen Kirche haben die politisch Verantwortlichen wiederholt ermahnt, sich um Frieden und die Stabilität im Ostkongo zu kümmern. Doch trotz der Bedeutung der Kirche im Kongo habe das leider noch nicht die gewünschten Resultate gebracht, bedauert Gabriel Unda Yemba, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK). Er ist Kirchenleiter über ein riesiges Gebiet, das sich über den halben Kongo erstreckt.

 

Schutz für verletzte Frauen

 

Die Lage im Ostkongo ist sehr kompliziert, wobei auch die Ausbeutung der Rohstoffe eine Rolle spielt. Viele Ruander, die im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Ruanda über die Grenze nach Kongo geflohen waren, sind dort geblieben. Sie betreiben heute teilweise die Ausbeutung der Rohstoffe und schüren einen Krieg von Rebellengruppen. Jede Woche hört man von Überfällen auf Dörfer. Am meisten betroffen sind dabei die Frauen. Die Zahl von vergewaltigten und darum von ihren Ehemännern verlassenen Frauen ist enorm hoch. Die Methodistenkirche im Ostkongo ist nun in Kindu daran, ein Zentrum für 300 verletzte Frauen zu bauen. Während ihres Aufenthalts im Zentrum sollen die Frauen unterstützt werden. Sie lernen dort auch, ihr Leben wieder selbstständig zu gestalten und den Lebensunterhalt zu verdienen.

 

Jeden Tag braucht es Mut zu helfen

 

In den Städten Uvira, Goma und Beni nehmen Methodistenfamilien Flüchtlinge in ihre Häuser auf, versorgen sie medizinisch und mit den nötigen Nahrungsmitteln. „Täglich gibt es Notsituationen, in denen wir Nächstenliebe praktisch üben müssen“, sagt der Bischof. Vor kurzem sei beispielsweise eine Familie nachts von einer Flutwelle durch ihr Haus überrascht worden. „Die Bewohner haben nur überlebt, weil sie sich auf die Kästen in Sicherheit bringen konnten. Dabei ist jedoch ihr ganzes Hab und Gut verloren gegangen.“ Nur durch die tatkräftige Hilfe von Kirchenmitgliedern konnte die Familie wieder Hoffnung fassen.

 

„Die aktuelle soziale und politische Situation ist sehr schlimm“, sagt Bischof Unda Yemba. Letzthin sei dabei auch einer seiner Pfarrer ums Leben gekommen, berichtet er. „Aber ich habe keine Angst. Gott ist weit grösser als alle Probleme“.

 

Connexio / Thomas Hanimann


United Methodist Church