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Toleranz

"Wir denken und lassen denken und bestehen nur auf einem: dem Glauben, der durch die Liebe tätig ist."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Montag 01. Mai 2017 08:56Alter: 266 days
/ Kategorie: Weltweit

Wahl der Bischöfin verletzt EMK-Recht

Der Rechtshof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) hat entschieden: Die Wahl einer lesbischen Bischöfin verletzt das EMK-Kirchenrecht. Bischöfin Oliveto bleibt aber bis auf weiteres im Amt.

Die Mitglieder des Rechtshofs (von links) Vorne: Ruben T. Reyes, N. Oswald Tweh Sr., Pfarrer Luan-Vu Tran. Hinten: Deanell Reece Tacha, Lídia Romão Gulele, Pfarrer Øyvind Helliesen, Pfarrer Dennis Blackwell, Pfarrer J. Kabamba Kibo

Der Rechtshof der EMK, der über die Auslegung des Kirchenrechts innerhalb der weltweiten EMK zu urteilen hat, tagte von Dienstag bis Freitag der zurückliegenden Woche in Newark im Bundesstaat New Jersey im Osten der USA. Das mit neun Personen besetzte Gremium hatte über die Gültigkeit der Wahl von Karen Oliveto zur Bischöfin ein Urteil zu fällen. Oliveto ist mit einer Frau verheiratet und wurde im Juli letzten Jahres in den USA zur Bischöfin für die Region der „Mountain Sky“-Konferenz  gewählt, die im Wesentlichen die Bundesstaaten Colorado, Wyoming, Montana und Utah  umfasst. Der Rechtshof entschied, dass die Wahl einer lesbischen Bischöfin die Kirchenordnung der EMK verletzt. Gleichzeitig wird festgestellt, dass Bischöfin Oliveto als unbescholten zu gelten hat bis die Frage ihrer Unbescholtenheit in einem Disziplinarverfahren geklärt ist. Das bedeutet, dass sie weiterhin als Bischöfin der EMK im Amt bleibt, bis ein solches Verfahren zum Abschluss gebracht wurde.

 

Die Entscheidung war nötig geworden, weil die Jurisdiktionalkonferenz im mittleren Süden eine Petition beim Rechtshof eingereicht hatte, mit der die rechtmässige Wahl von Karen Oliveto als Bischöfin in der Westlichen Jurisdiktionalkonferenz in Frage gestellt wurde. Der Rechtshof entschied mit einer Mehrheit von 6:3 Stimmen. Zwei der Mitglieder, N. Oswald Tweh und Deanell Reece Tacha, gaben ein Minderheitsvotum ab, in dem sie die Zuständigkeit des Rechtshofs für diese Entscheidung in Frage stellen.

 

In einer ersten Äusserung zur Entscheidung des Rechtshofs würdigt Bischof Bruce Ough, der Präsident des Bischofsrats, die umsichtige Arbeit des Rechtshofs. Allerdings gleiche das Urteil die grossen Unterschiede in der Beurteilung von Homosexualität nicht aus, sodass damit der Druck und die Angst, die viele verspürten, weiterhin anhielten. Erneut rief er zum Gebet für die Kommission „Ein Weg in die Zukunft“ auf. „Wir bitten euch, dass ihr täglich zusammen mit uns Bischöfen und Bischöfinnen für alle Menschen in der Evangelisch-methodistischen Kirche und für unsere Kirche betet, während wir die Einheit und die Mission der Kirche fürsorglich in unseren Herzen und Händen bewegen.“ Mit dem Hinweis auf die aktuelle Kirchenjahrszeit zwischen Ostern und Pfingsten lädt der Vorsitzende des Bischofsrats ein, „darauf zu warten, was Gott für unsere Kirche bereithält“. Ausserdem rief er zur Liebe auf, „weil die Welt an unserer Liebe erkennen wird, dass wir Christen sind“.

 

Autor: Klaus Ulrich Ruof, Öffentlichkeitsarbeit, www.emk.de


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