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"Ohne Nahrung kann kein Kind, ohne persönliches Gebet keine Seele wachsen."

John Wesley (1703 - 1791)

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Montag 12. Juni 2017 11:18Alter: 1 year
/ Kategorie: Schweiz, Frankreich, JK CH-F, Weltweit

"Es geht um Menschen, nicht um Pässe"

Am Connexio-Abend in Zuchwil am 10. Juni begegneten sich Menschen aus der Schweiz, Frankreich und etlichen anderen Ländern. Das Thema des Abends war einmal mehr die grosse Frage der Migration. Der Abend war vor allem geprägt von der friedlichen und lebhaften Gemeinschaft zwischen den Menschen aus verschiedenen Kulturen und mit sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten.

Der Connexio-Abend mit vielen Teilnehmenden und internationalen Gästen stand unter dem Motto des Jahresthemas: "Warum bleibst du in der Schweiz/in Frankreich?"

Jeder Mensch hat seine ganz besondere Geschichte: Am Abend kommen Menschen aus verschiedenen Kulturen miteinander ins Gespräch.

Die Frage „Warum bleibst du in der Schweiz/in Frankreich?“ berühre ihn ganz persönlich. Dies sagte Stefan Weller, Vorstandsmitglied von Connexio am Begegnungsabend in Zuchwil. Es sei eine anspruchsvolle Frage in der Zeit der grossen Migrationsströme, führte Weller aus. Beispielsweise gebe es in der Schweiz Flüchtlinge, die nicht einmal wissen können, wohin sie denn sonst gehen sollen. Der Autor Bertold Brecht habe in seinen in den 40-er Jahren geschriebenen „Flüchtlingsgesprächen“ sarkastisch den Pass als den „edelsten Teil des Menschen“ bezeichnet. Doch dürfe es uns als Christen nie in erster Linie um Pässe gehen, betonte Weller: „Es geht immer um die Menschen.“ Es sei ein Auftrag für Christen und EMK-Gemeinden, sich mit Gottes Hilfe der Fremden anzunehmen und sie liebevoll aufzunehmen.

 

Ausländische Gäste erzählen aus ihrem Leben

Anwesend waren Gäste aus verschiedenen Ländern, in denen Connexio partnerschaftlich arbeitet. Einige von ihnen berichteten über ihre ganz persönlichen Migrations-Erlebnisse.

 

Catherine Ehoussou erzählte, was ihr die ursprüngliche Heimat, die Elfenbeinküste, bedeutet und wie sie in Paris ihr neues Leben aufbaut. Für sie sei ein Leben in Frankreich dank Gottes Gnade zwar gut möglich. Doch sehne sie sich oft nach ihrer Familie in Westafrika. Viele Menschen hätten während und nach dem letzten Krieg fliehen müssen. Viele wandern auch heute noch aus wegen der immer noch prekären Sicherheitslage in der Elfenbeinküste. „Wenn du morgens zur Arbeit gehst, weisst du nicht, ob du am Abend auch wieder nach Hause kommst“, sagte Ehoussou.

 

Dragan Trajcevski sieht das ähnlich. Viele Menschen verlassen ihr Land nicht ohne äussere Not. In Serbien sei es manchmal aber eine existentielle Frage. Für Familien oder ältere und kranke Menschen stellt die EMK-Gemeinde, die er leitet, in den Wintermonaten jeweils samstags eine warme Mahlzeit zur Verfügung. Diese EMK-Küche sei inzwischen in der Region bekannt geworden.

 

Algerien kennt eine andere Form von Migration. Daniel Nussbaumer berichtete kurz über die Situation der Gemeinde in Oran. Viele Flüchtlinge aus Syrien und Irak oder Menschen aus dem südlichen Afrika stranden hier. Der Staat gibt ihnen keine Unterstützung und so leben sie in prekären Verhältnissen oft auch auf der Strasse. Die Kirche in Oran versucht, besonders auch den Familien zu helfen, indem sie einen Kindergarten führt und gerade daran ist, eine Schule zu eröffnen.

 

Beziehungen, Gott und der Boden schaffen Heimat

Für Modesto Mamani gibt es gute Gründe, warum er in Bolivien bleiben will. Mamani ist Bischof der Methodistenkirche in Bolivien (IEMB). Trotz der bescheidenen Lebensverhältnisse seien für ihn und wohl auch für viele gläubige Menschen im bolivianischen Hochland drei Wurzeln da, die sie nur im Notfall aufgeben würden: die Beziehungen mit anderen Menschen, besonders in ihren Familien, die Beziehung zu Gott und die Beziehung zu ihrem Boden. In Bolivien arbeitet Connexio in enger Partnerschaft mit der Methodistenkirche an sozialen Projekten, damit die sehr arme Landbevölkerung sowie junge Menschen in den Städten und Dörfern neue Lebensperspektiven erhalten.

 

Koordinatoren für Kongo und Kambodscha stellen sich vor

An der Abendveranstaltung wurden auch die neuen Mitarbeitenden in zwei Connexio-Schwerpunktländern vorgestellt. Jean-Paul Dietrich wird in wenigen Wochen in die Demokratische Republik Kongo ausreisen. In Lubumbashi ist er der neue Koordinator für Connexio und arbeitet dort mit der Evangelisch-methodistischen Kirche im Kongo zusammen. Er wird Nachfolger des Ehepaars Roman und Daria Hofer, die nach einem vierjährigen Einsatz im Dezember 2016 mit ihrer Familie in die Schweiz zurückgekehrt sind. Ab Herbst 2017 wird auch in Kambodscha ein Connexio-Koordinatorenehepaar leben. Roman Gnägi und Flavia Contreras reisen im Oktober in das ostasiatische Land, um dort die junge und wachsende Kirche zu unterstützen.

 

Etwa 110 Freunde von Connexio und weitere Gäste besuchten den Connexio Abend, der am 10. Juni im Rahmen der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika stattgefunden hat.

 

Connexio / Thomas Hanimann


United Methodist Church