Sie befinden sich hier: Startseite / News und Publikationen / News
suche

Singen

"Wenn Methodisten singen, dann räkeln sie sich nicht oder sitzen dabei in ungehöriger Haltung. Sie singen nicht schleppend und sich mühsam die einzelnen Worte abringend. Sie stehen vielmehr vor Gott und preisen ihn fröhlich und guten Mutes."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Montag 18. Dezember 2017 12:14Alter: 275 days
/ Kategorie: Weltweit

Anschlag auf methodistische Kirche in Pakistan

Bei einem Selbstmordanschlag in Quetta sind mindestens acht Menschen getötet worden. Zwei Attentäter hatten versucht, einen Gottesdienst zu stürmen.

Bild vom Eingang der Bethel Memorial Methodist Church in Quetta, Pakistan.

Wie aus verschiedenen Medienberichten hervorgeht, sind am gestrigen Sonntag bei einem Anschlag auf eine Kirche in Pakistan mindestens acht Menschen getötet worden. In neueren Berichten ist von neun Toten die Rede. Der Adventsgottesdienst fand in der Bethel Memorial Methodist Church in Quetta statt. Die Grossstadt mit 900‘000 Einwohnern liegt im Westen Pakistans rund 50 Kilometer von der Grenze zu Afghanistan entfernt. Medienberichten zufolge waren etwa 400 Menschen zum Gottesdienst versammelt. Es habe mindestens 30 Verletzte gegeben, darunter zehn Frauen und sieben Kinder. Laut Augenzeugenberichten hätten sich zwei bewaffnete Männer der Kirche genähert. Einer von ihnen wurde am Eingang der bewachten Kirche von Polizisten erschossen. Der andere wurde bei der Schiesserei verletzt, zündete aber vor der Kirchentür seine Sprengstoffweste. Die Polizisten hätten durch ihr rechtzeitiges Eingreifen Schlimmeres verhindert, sagten übereinstimmend der Generalinspektor der Polizei und der Innenminister der Provinz Belutschistan. Die Bethel Memorial Methodist Church war vor einigen Jahren schon einmal Ziel eines Anschlages. Danach waren die Sicherheitsmassnahmen verstärkt worden.

 

"Wir bewundern den Mut der Gottesdienstbesucher"

 

Aus der Methodistischen Kirche in Grossbritannien meldeten sich die Präsidentin Loraine Mellor und die Vizepräsidentin Jill Baker zu Wort. Sie schreiben in einer Stellungnahme: „Die Christen in Pakistan leben in einem Klima des Argwohns und der Diskriminierung. Wir bewundern den Mut der mehreren Hundert Gottesdienstbesucher, die zu dieser Zeit in der Kirche waren, und die schnelle Reaktion derer, die dafür sorgten, dass der Angriff keine weit höhere Zahl an Todesopfern forderte.“

 

Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Olav Fykse Tveit, verurteilte den Anschlag ebenfalls. Er forderte die Christen auf, nicht zuzulassen, „dass diese verheerende Tat unseren Glauben, unsere Einheit und unsere gemeinsame Arbeit für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt schwächt“.

 

Paul Ueki, Vorsitzender der Asiatischen Evangelischen Allianz, beklagte, dass der Anschlag „kein Einzelfall“ sei. In Pakistan wie überhaupt in Südasien gebe es häufige und ungerechtfertigte Angriffe gegenüber der christlichen Minderheit. Er forderte die pakistanische und auch die indische Regierung nachdrücklich dazu auf, „alles zu tun, um die Minderheiten des Landes zu schützen und sicherzustellen, dass Christen ihre grundlegenden Menschenrechte ausüben und ihren Glauben frei praktizieren können“.

 

Sicherheitsbehörden versagen beim Schutz von Minderheiten

 

In Pakistan hatte es in den letzten Jahren immer wieder Gewaltakte gegen religiöse Minderheiten wie Schiiten, Hindus und Christen gegeben. „Sicherheitsbehörden haben kläglich dabei versagt, normale Bürger, besonders Minderheiten zu schützen“, sagte Shamaun Alfred Gill, ein christlicher Politiker in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. „Wir haben von der Regierung gefordert, die Sicherheitsvorkehrungen für Kirchen überall im Land zu verstärken. Aber sie hat das nicht getan“, wird Gill in der Online-Ausgabe der New York Times zitiert.

 

Autoren: Reinhold Parrinello / Klaus Ulrich Ruof, Öffentlichkeitsarbeit www.emk.de


United Methodist Church