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Typisch methodistisch

"Einigkeit und Heiligkeit sind die beiden Dinge, die ich bei den Methodisten finden möchte."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Donnerstag 15. Februar 2018 08:00Alter: 300 days
/ Kategorie: Schweiz

Wichtiges Sitzungszimmer im Bundeshaus nach Carl Lutz benannt

Wie die „Appenzeller Zeitung“ am 13. Februar berichtete, wurde ein Sitzungszimmer im Westflügel auf den Namen „Salle Carl Lutz“ eingeweiht. Das Sitzungszimmer sei eines der wichtigsten des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und dort würden wichtige aussenpolitische Entscheidungen getroffen.

Carl Lutz (1944)

Carl Lutz stammte aus der Methodistengemeinde Walzenhausen, war langjähriger Schweizer Diplomat u.a. in den USA in St. Louis, Philadelphia und Washington und in Jaffa im damaligen Völkerbundsmandatsgebiet Palästina. Ab 1942 arbeitete Carl Lutz als Vizekonsul an der Botschaft in Budapest.

 

Judenretter

 

Er stellte dort Schweizer Schutzpässe und Schutzbriefe für Juden aus, die nach Palästina auswandern wollten aus und rettete so über 60‘000 Menschen vor der Deportation in Konzentrationslager. Der schwedische Diplomat Raoul Wallenberg arbeitete mit Lutz zusammen.


Keine Anerkennung in der Schweiz

 

Carl Lutz wurde dreimal zum Friedensnobelpreis nominiert und erhielt den Ehrentitel „Gerechter unter Völkern“ der Gedenkstätte Yad Vashem. In der Schweiz jedoch, wo sein Verhalten vom Eidgenössischen Politischen Departement als „Kompetenzüberschreitung“ betrachtet wurde, kämpfte Lutz ein Leben lang vergeblich um staatliche Anerkennung.

 

Auch kirchlich suspekt

 

Carl Lutz, der auch in der methodistischen Kirche wegen einer Scheidung und der zweiten Heirat auf Widerstand stiess, lebte im Ruhestand zurückgezogen und verbittert in Bern und war Mitglied der damaligen Villette-Gemeinde. Er starb im Jahr 1975 und ist auf dem Berner Bremgartenfriedhof begraben.

 

Mehr zum gelebten besonderen christlichen Engagement von Carl Lutz in einem Interview mit dem Filmer Daniel von Aarburg finden Sie hier und hier.

 

Quelle: Appenzeller Zeitung / U.Eschbach


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