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Singen

"Wenn Methodisten singen, dann räkeln sie sich nicht oder sitzen dabei in ungehöriger Haltung. Sie singen nicht schleppend und sich mühsam die einzelnen Worte abringend. Sie stehen vielmehr vor Gott und preisen ihn fröhlich und guten Mutes."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Freitag 23. Februar 2018 14:00Alter: 292 days
/ Kategorie: Schweiz

Auch an der Demo gegen sich selbst dabei: Alt-Regierungsrat Alfred Gilgen gestorben

Am 12. Februar ist Alfred Gilgen im Alter von 87 gestorben, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) in der Ausgabe vom 13. Februar berichtet. Viele Jahre war er Erziehungsdirektor in Zürich. Lange für den Landesring politisierend, galt Gilgen als konsequent. Vor ungewöhnlichen Massnahmen scheute er nicht. Bis ins Hohe Alter war er an den Ehemaligentreffen der Jungendbündler der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Oerlikon dabei.

Laut NZZ war Alfred Gilgen von 1971 bis 1995 Zürcher Regierungsrat und Erziehungsdirektor. Das war keine reizarme Zeit. Über Wirtschaftkrisen mit Sparzwängen, den Ausbau der Mittel- und Hochschulen nach «68» bis hin zur bildungspolitischen Neuorientierung an Lernzielen zulasten der Stoffvermittlung, hatte Gilgen viel zu bewältigen. 

 

 

Konsequent, verantwortungsbewusst und erfolgreich

 

Gemäss NZZ stehe Gilgen für die starke Steigerung der Studenten- und Professorenstellen, die Errichtung von Universitätsneubauten, die Einführung des Französischunterrichts an Primarschulen, die Reformen der Volkschul-Oberstufe und die der Lehrerausbildung sowie die Verdichtung des Mittelschulnetzes.

Berühmt oder, je nach Sichtweise, berüchtigt, sei Gilgen besonders durch die angeordnete vorübergehende Schliessung der zentralen Universitätsgebäude Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts geworden. Damit sollte einer ideologisch motivierten «Gegenuniversität» vorgebeugt werden, so die NZZ. Später habe er die Anstellung von Lehrpersonen verhindert, die der Veränderung des Staates mit illegalen Mitteln verdächtig waren und auch die von idiologisch motivierten Militärdienstverweigerern.

Konflikten sei Gilgen nicht ausgewichen, taktisches Verhalten wäre ihm, trotz Militärkarriere, eher fremd gewesen. Ungewöhnliche Massnahmen aber habe er im Programm gehabt: Mit einer seine «Charakterglatze» versteckenden Langhaar-Perücke habe er sich unter die Teilnehmer einer Demonstration gegen sich selber gemischt, so die NZZ.

 

Wurzeln in der EMK

 

Alfred Gilgen, geboren 1930, studierte Medizin an der Universität Zürich. 1959 wurde er in den Kantonsrat gewählt. 1962 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich. Ab 1971 war er bis 1995 Regierungsrat und leitete das Ressort Erziehungsdirektion.

Aufgewachsen war Gilgen in Oerlikon und dort auch in die EMK hineingewachsen. Er war in der Jugendarbeit aktiv. Bis ins hohe Alter nahm er regelmässig an den Ehemaligentreffen der Jugendbündler der EMK Oerlikon Teil.

 

Quellen: NZZ, Wikipedia, Regierungsrat Kanton Zürich, Heinrich Bolleter (Bischof i.R.)


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