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Vernunft und Geist

"Gott hat uns unseren Verstand als Führer gegeben. Das schliesst aber nie die stille Mitwirkung seines Geistes aus."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Freitag 22. Juni 2018 17:40Alter: 148 days
/ Kategorie: Schweiz, JK CH-F, Frankreich

Einheit - Freiheit - Liebe: erste kontroverse Stimmen zum Thema

In ihrem Bericht an die Tagung der Jährlichen Konferenz nahmen die Distriktsvorsteher und die Distriktsvorsteher/in das Schwerpunktthema «Einheit. Freiheit. Liebe.» auf. Sie beschreiben darin die EMK als eine vielfältig Kirche mit zahlreichen Unterschieden: jung, alt, reich, arm, liberal, konservativ, … Wie sieht eine Kirche aus, die diese Unterschiede nicht ausblenden und dennoch eine einheitliche Kirche bleiben will?

Stefan Zürcher, Distriktsvorsteher des Distrikts Nordwestschweiz, vertritt den Bericht.

Das Tagungsthema war erwachsen aus dem Leitsatz: «Im Wesentlichen Einheit, im Unwesentlichen Freiheit, über allem die Liebe». Einheit gebe es nur in Beziehung, schreiben die Distriktsvorsteher und die Distriktsvorsteher/in in ihrem Bericht. Eine Ein-heit ohne Beziehung wäre Ein-Samkeit.

 

Freiheit in Liebe
Freiheit sei ein hohes Gut und ein Geschenk Gottes, schreiben sie weiter in ihrem Bericht. Sie wolle jedoch immer wieder genutzt und erkämpft werden. Freiheit von etwas sei dabei auch immer Freiheit zu etwas… Sie eröffne Handlungsmöglichkeiten.
Liebe schliesslich solle, so die Distriktsvorsteher und die Distriktsvorsteher/in, die andern in ihrem Anderssein und in ihrer Fremdheit willkommen heissen. Dass Gott uns zuerst geliebt hat, befähige uns, andere zu lieben. Dabei wage die Liebe es, Grenzen zu überschreiten.

 

Reaktionen der Delegierten
Zum DV-Bericht hatten die Mitglieder der JK die Möglichkeit, sich zu Wort zu melden. Hier sind einige zum Teil kontroverse Stimmen kurz zusammengefasst:

  • Einheit muss nicht immer Konsens bedeuten. Einheit kann auch einfach der Wille sein, gemeinsam trotz Unterschieden weiterzugehen.
  • Warum kommt im Bericht die Wahrheit nicht vor?
  • Es kommt auch auf Konfliktfähigkeit und Konfliktbereitschaft an.
  • Was ist Wesentlich und was ist Unwesentlich?
  • Welche Rolle spielt die Bibel (noch) in unserer Theologie?
  • Wo bleibt die Sichtweise der Humanwissenschaften zum Thema Homosexualität?
  • Wie kann ich die Schrift interpretieren, wenn ich in der Bibel lese: „Du sollst dich nicht ins Bett legen mit einem Mann, wie man es mit einer Frau tut“? Homosexualität ist nicht kompatibel mit der Schrift. Passt sich die Kirche dem Zeitgeist an?
  • Es wird Druck auf die afrikanischen Kirchen ausgeübt, ihre Meinung zu ändern. Machen wir hier als Kirche nicht eine neue Form von Kulturimperialismus, indem wir den Tochterkirchen unsere Meinung aufdrücken wollen?
  • Menschen, die ausgegrenzt werden, dürfen gerade in der Kirche NICHT ausgegrenzt werden.
  • Wesley hat zu seiner Zeit auch nicht alles akzeptiert, sondern z.B. Laienprediger entlassen, die zu calvinistisch dachten und predigten.
  • Ist die Frage der Homosexualität wirklich so wichtig?
  • Wo bleibt der Heilige Geist im Bericht?
  • Achten wir auf die Unterscheidung zwischen Sünde und Sünder. Gott liebt den Sünder, aber ER hasst die Sünde. Homosexualität ist eine Sünde, aber Gott liebt den Homosexuellen.
  • Jede Theologie kommt auch aus der eigenen Biographie.
  • Das Thema Homosexualität überdeckt viele andere Probleme, über die wir eigentlich reden sollten und die gesellschaftlich brennend sind.
  • Es gibt keine Menschen, die Gott nicht liebt. Aber Liebe ist nicht harmlos. Sie nimmt uns an, wie wir sind – aber sie lässt uns nicht so, wie wir sind.

 

Christian Hagen / S.F.


United Methodist Church