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Schrift und Verstand

"Ich gründe alle meine Grundsätze auf die Heilige Schrift und auf den gesunden Menschenverstand."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Freitag 17. Juni 2016 16:51Alter: 2 yrs
/ Kategorie: JK CH-F, Schweiz, Frankreich

Statutenänderung für die Jugendarbeit

Heftige Diskussionen löste gestern an der Jährlichen Konferenz in Münsingen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) eine kurzfristig anberaumte Statutenanpassung aus. Sie wurde heute schliesslich mit grossem Mehr genehmigt und soll es der Fachstelle Kinder und Jugend, Takano, und der Jungschar ermöglichen, in Zukunft wieder Bundesgelder zur Finanzierung ihrer Arbeit zu erhalten.

Beat Bachmann und Nicole Becher machten sich als Co-Leiter der Takano-Fachstelle und Jungschar-Präsident für die Statutenänderung stark.

In dieser Ergänzung der Statuten wird festgehalten, dass die EMK neben der Verkündigung des Evangeliums auch einen „ausserschulischen Ort des Zusammenseins anbietet, der allen Kindern und Jugendlichen in gleicher Weise offen steht – unabhängig ihrer sozialen, ethnischen oder religiösen Herkunft.“ Die EMK fördere diese in ihrer Entwicklung mit Sport, Kreativität, sozialem Verhalten und Anleitung zur Selbständigkeit.

 

Der EMK-Vorstand reagierte mit dieser Statutenänderung auf die Streichung der Gelder des Bundesamts für Sozialversicherung (BSV) von rund 100‘000 Franken für Jungschar und Takano in diesem Jahr. Das BSV hatte in ihrer Verfügung mit den Statuten der EMK argumentiert, die die Anforderungen im neuen Kinder- und Jugendförderungsgesetz nicht erfüllten.

Einige Mitglieder der Konferenz-Minderheit befürchteten, dass die EMK mit dieser Statutenänderung den Hauptzweck der Kirche verwässere. Es sei bedenklich, wenn man aufgrund Geld die Statuten anpasse, sagte einer der Delegierten. Gott versorge in jedem Fall – auch wenn Gelder ausblieben, unterstrich ein weiteres Konferenzmitglied. Andere monierten wiederum, dass in der Änderung nur die Jugendarbeit berücksichtigt werde und die andern Bereiche aussen vor blieben.

 

Matthias Bünger, Co-Präsident des Vorstandes, erklärte, dass es in erster Linie darum gehe, die Statuten so zu formulieren, dass sie auch von den säkular orientierten Behörden verstanden würden. Es gehe nicht nur darum, weiterhin öffentliche Gelder zu erhalten.

Die Mehrheit der Konferenz verfolgte schliesslich den pragmatischen Weg. Es gehe darum, nach aussenhin besser zu erklären, was die Ziele der EMK-Jugendarbeit seien. Damit erhielten Takano und Jungschar die Chance, erneut ein Gesuch zu stellen. In der Statutenänderung komme lediglich zum Ausdruck, was die EMK sowieso schon tue. Nun liege es beim Bundesamt zu beweisen, dass die EMK-Jugendarbeit nicht den gesetzlichen Grundlagen entspreche.

 

Autoren: Barbara Streit-Stettler, Stefan Zürcher


United Methodist Church