Sie befinden sich hier: Startseite / News und Publikationen / News
suche

Verstand und Schrift

"Ich lasse mich selten durch Eindrücke leiten, sondern im allgemeinen durch den Verstand und die Heilige Schrift."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Samstag 18. Juni 2016 12:32Alter: 2 yrs
/ Kategorie: Schweiz, Frankreich, JK CH-F, Weltweit

Migration im Licht der Gerechtigkeit

Die Herausforderungen, die die aktuelle Migration darstellt, führten zu einer Stellungnahme der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), die von Donnerstag bis heute in Münsingen tagt. Sie ruft im Umgang mit Migrationsphänomenen zu Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit auf.

Provisorische Flüchtlingsunterkunft in der EMK Fünfhaus in Wien.

Jörg Niederer vertrat als Mitglied des Ausschusses "Kirche und Gesellschaft" die Stellungnahme zum Thema Migration.

Nach kurzer Diskussion nahm die Jährliche Konferenz auf Antrag des Ausschusses „Kirche und Gesellschaft“ die Stellungnahme zur Flüchtlings- und Migrationssituation an. Die Delegierten betonten in ihren Voten, dass sich die EMK mit dieser Stellungnahme selber einen Leitfaden gebe, an dem sie ihr eigenes Reden und Handeln zu Migrations- und Flüchtlingsfragen ausrichten und Behörden, Regierung, Medien und die Gesellschaft auffordern könne, entsprechende Schritte zu tun.

Selbstkritisch fragte ein Konferenzmitglied: „Tragen die Mitglieder der EMK in den Gemeinden die Grundhaltungen dieser Stellungnahme mit? Wo dominieren Ängste? Was sind dabei begründete, was unbegründete Ängste? Was heisst‚ Ängste ernst nehmen‘? Und wie kann Befreiung von Ängsten erlebt werden?“

 

Die Stellungnahme bringe die Haltung der EMK zum Ausdruck, dass der christliche Glaube selber Migrationsphänomene als Wesenszug an sich trage, sagte Jörg Niederer, der als Ausschuss-Mitglied die Stellungnahme vor der Konferenz vertrat. Immer wieder berichte die Bibel von Menschen, die migrierten und dabei Gastfreundschaft und den Schutz Gottes erfuhren. Dieses biblische Zeugnis leite heute zu einem achtsamen Umgang mit Migrantinnen und Migranten an. Migration habe dabei viele Formen: Es gebe Flüchtlinge und Asylsuchende, durch Menschenhandel bewirkte Migration, Überlebensmigration, Saisonniers, Wirtschaftsmigranten, Liebesmigrantinnen, Expats, Steuerflüchtlinge usw.. Die Stellungnahme hält fest, dass unterschiedliche Gründe Migration auslösen. Diese sollen auch zu unterschiedlichen Antworten auf die heutigen Herausforderungen führen. Die Glaubensgemeinschaft ist herausgefordert, auf Migration in einer Weise zu antworten, die durch die Werte Gerechtigkeit, Erbarmen und Wahrhaftigkeit gekennzeichnet ist - im Unterschied zu Ungerechtigkeit, Grausamkeit, Halbwahrheiten und Lüge.

 

Weit über einzelne Worte hinaus Sprache finden

 

Was haben Tischgemeinschaft, Kampfsport und Bäume mit dem Inhalt zu tun, dass Gott ein erlösender Gott ist? Die Arbeitsgruppe „Soteriologie“, die sich in den letzten Jahren mit der Frage auseinandergesetzt hat, wie wir heute den Inhalt von Erlösung zur Sprache bringen können, bündelt seine Arbeit in diesen Bildern: Sie ist der Auffassung, dass das Evangelium in einem echten Dialog vermittelt werden kann. Dabei gilt die Überzeugung, dass Erfahrungen mit Tischgemeinschaft eine Sprache zum biblischen Schalom - umfassendem Frieden - entstehen lassen, und ebenso Sprache wächst zu Versöhnung anhand von Kampfsport und zu Heiligung anhand von Verwurzelungs- und Wachstumsprozessen von Bäumen. Die Arbeitsgruppe hat Grundlagen dafür geschaffen, dass Menschen darüber miteinander ins Gespräch kommen. Eine Hilfe und Materialsammlung ist die Website www.emk-soteriologie.ch.

 

Autor: Walter Wilhelm 


United Methodist Church