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Glück

"Gutes aller Art ist dem Christen eine Freude – wo immer er es bei den Menschen findet. Als Weltbürger geht es ihm auch um das Glück aller ihrer Bewohner."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Sonntag 19. Juni 2016 22:33Alter: 2 yrs
/ Kategorie: JK CH-F, Schweiz, Frankreich

Konferenzsonntag mit Tell und Regen

Die Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich-Nordafrika 2016 fand heute ihren Abschluss in Interlaken auf dem Gelände der Tellspiele. Distriktsvorsteher Jürg Niederer berichtet über einen ungewöhnlichen Konferenzsonntag.

Ad hoc-Band und Bauer im Tell-Gelände

Christina Forster (mit Stefan Zürcher) bei ihrer Ordnination

Der berühmte Rütlischwur

Beginnen wir da, wo der Konferenzsonntag aufhörte: Gut 1500 zufriedene Besucherinnen und Besucher machten sich auf den Heimweg. Gerade tat sich wieder einmal der Himmel auf und liess seinen Segen regnen. Wann hat es das schon einmal gegeben, dass Kühe durch die Konferenz marschierten, Pferde wild vorbeistoben, und viele Männer, Frauen und Kinder überaus lebendig die Geschichte von Tyrannei und Freiheitswillen vorspielten? Faszinierend, wie auf der Bühne der Tellspiele Interlaken Menschen verschiedenster Herkunft - nicht nur Schweizerinnen und Schweizer – sondern auch Personen mit Migrationshintergrund, "Tell, ein Stück Schweiz", ein Werk des Autors und Regisseurs Ueli Bichsel, aufführten (www.tellspiele.ch). Dass es am Ende für die Laienschauspieler eine Standing Ovation gab für diese Premiere der Vorpremiere, war mehr als selbstverständlich, und keineswegs nur eine Sache der Höflichkeit.

 

Um Freiheit ging es. Von der Freiheit wurde immer wieder im Freiheitslied gesungen, komponiert von Balz Burch. Und ja, auch Pannen gab es. Ein Schauspieler stürzte sogar vom Pferd, und auch ein Kind musste auf der Bühne – wohl von der wirklichen Mutter – getröstet werden. Keine Panne war, dass es just da nicht regnete, als es hätte regnen können. Und so kamen alle auch noch in den Genuss eines weiteren Special Effects, des künstlichen Regens.

 

Ordinationsgottesdienst

 

Geregnet hatte es fast den ganzen Tag immer wieder. Und so hatte man Vorkehrungen getroffen, dass die Ad hoc-Band auf der Bühne einigermassen trocken spielen und singen konnte, was sie in ausgezeichneter Weise auch getan hat. Als dann der Ordinationsgottesdienst begann, freuten sich alle am Bauern und der jungen Frau, die den Auftakt auf der Bühne machten, und auch daran, dass es nun auch zu regnen aufgehört hatte. Doch als dann ein verirrter französischer Fussballfan – Distriktsvorsteher Etienne Rudolph - auftrat, lachte auch der Himmel wieder seine nassen Tränen, und hörte damit nicht mehr auf bis zum Ende des Ordinationsgottesdienstes.

Es war nass, nass, nass. Besonders auch für den unermüdlichen Fotografen Sigmar Friedrich, der es sich auch dadurch nicht nehmen liess, die Momente festzuhalten, als neue Mitarbeitende in ihren Dienst eingesetzt wurden. In diesem Jahr beauftragte Bischof Patrick Streiff Wilson Rehmat (Zürich-Altstetten), Abraham Boudjadja (Constantine, Algerien) und Alain Puglia (Codognan, Frankreich) als Lokalpfarrer der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika. Letzterer konnte leider nicht anwesend sein.

Daniel Jaberg (Chur und Ennenda), Judith Trüssel-Mäder (Gerlafingen), Christoph Schluep (Zürich 4) und Sébastien Schöpperlé (Bischwiler, Frankreich) empfingen ihre Beauftragung als Mitglieder auf Probe.

Und Christine Forster (Basel-Kleinbasel) durfte witterungsbedingt ihre Ordination zur Ältesten stehend - und nicht wie üblich kniend - durch Handauflegung empfangen.

 

Predigt des Bischofs

 

In seiner Predigt ging Bischof Patrick Streiff von einem biblischen Lieblingswort John Wesleys aus: "Glaube, der in der Liebe tätig ist" (Galater 5,6). Er hielt fest, dass ein solcher Glaube nicht zuerst nach Grenzen fragt, sondern wie das Licht Christi hinausleuchten will. Angesichts von Spaltungstendenzen aufgrund unterschiedlicher Ansichten über die Homosexualität in der weltweiten EMK betonte Bischof Patrick Streiff, dass es ein Zuhören brauche statt eines Schlagabtausches. Wie Afrikaner sich unter dem Palaverbaum treffen, um hinzuhören, zu verstehen und dann gemeinsam zu entscheiden, sollen auch wir in der Kirche uns zuerst "hinsetzen und aufeinander hören". Dann gelingt es uns eher, uns in unserer Unterschiedlichkeit zu sehen, und zu verstehen, was Andere erfahren und erlebt haben. Unsere Vielfalt und Unterschiede können so Anreiz für mehr Barmherzigkeit sein. Die Bischofspredigt endete mit dem Wunsch und Zuspruch: "Möge euer Glaube in der Liebe tätig sein, mehr und mehr…" 

 

Zur Ordinationspredigt von Bischof Patrick Streiff

 

Autor: Jörg Niederer

 

 


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