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Glauben

"Glaube an Christus ist nicht bloss eine Sache des Denkens oder der Vernunft, nicht eine lebensleere Zustimmung, nicht eine Kette von Vorstellungen im Kopf – er ist auch eine Einstellung des Herzens."

John Wesley (1703 - 1791)

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Samstag 18. Juni 2016 13:38Alter: 2 yrs
/ Kategorie: Schweiz, JK CH-F, Frankreich, Weltweit

Generalkonferenz: Bischöfe traten für die Einheit der Kirche ein

An der Generalkonferenz der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) vom 10. bis 20. Mai 2016 in Portland (Oregon) hatten als Delegierte für die Schweiz und Frankreich Christine Schneider aus Embrach und Distriktsvorsteher Etienne Rudolf aus Mulhouse F teilgenommen. Vor der EMK-Konferenz in Münsingen blickten sie auf das Ereignis, das alle vier Jahre stattfindet, zurück.

Etienne Rudolph berichtet über die Generalkonferenz. Im Hintergrund die zweite Delegierte Christine Schneider.

Etienne Rudolf zeigte sich beeindruckt von den freiwilligen Helfern, die bereits zwei Tage vor dem Start der Generalkonferenz die vielen Ankommenden am Flughafen mit EMK-Plakaten begrüssten. Insgesamt kamen rund 900 Delegierte aus sechs Kontinenten nach Portland. Durch die vielen Helferinnen und Besucher bewegte sich die Zahl der Teilnehmenden zwischenzeitlich auf rund 3500 Personen zu.

 

Generell müsse man sich die Generalkonferenz anders vorstellen als eine Jährliche Konferenz, wie sie derzeit in Münsingen stattfindet, betonte Christine Schneider: «Jedes Mal nach der Kaffeepause, wird man auf Waffen durchsucht, Diskussionen werden per Livestream der ganzen Welt zur Verfügung gestellt, Lobbyisten verteilen Flugblätter und möchten so Einfluss auf uns nehmen. Die Konferenz findet in acht bis zehn Sprachen statt.» Es klinge gut, eine weltweite Kirche zu sein, aber es sei äusserst anspruchsvoll, dies auch wirklich umzusetzen.

Die täglichen Gottesdienste am Morgen und Abend in verschiedenen Sprachen, mit unterschiedlichen Musikrichtungen und Kulturen prägten die Konferenz. Aus der Predigt von Bischof Abrahams blieb bei Etienne Rudolph der Satz hängen: «Wir benutzen das Evangelium, als hätten wir kein Geld, und wir benutzen das Geld, als würden wir das Evangelium nicht kennen.»

 

Etienne Rudolph meinte in Bezug auf die zweitägige Verhandlung über die Tagungsregeln mit einem Schmunzeln: «Vielen ist das Diskutieren wichtiger als der Inhalt.» Dies sagte er jedoch, um gleich festzustellen, dass es dann doch um inhaltliche Herausforderungen gegangen sei. Zum Beispiel. um das Thema «menschliche Sexualität» mit der Zuspitzung auf die Frage nach der Homosexualität. Dies nicht allein wegen des Themas selbst, sondern auch aufgrund der traditionellen Diskussionsregeln, die laut Bischof Patrick Streiff in sich schon spaltende Tendenzen mit sich brächten, da man sich vor jedem Votum positionieren müsse. Bereits im Vorfeld wurde eine neue Regel in Bezug auf die Diskussion vorgeschlagen. Sie sollte ermöglichen, zuerst in kleineren Gruppen und dann im Plenum über schwierige Themen zu sprechen. So sollte das «christian conferencing» eingeübt werden. Da einige Delegierte Angst davor hatten, dass kleine Interessengruppen zu viel Macht erhalten würden, wurde der Antrag verworfen. Infolge dieses Entscheides sei die Spannung gestiegen, erzählte der Bischof. Schliesslich wurde der Antrag gestellt, dass die Bischöfe die Konferenz anleiten sollten. Die über 80 Bischöfe zogen sich darauf zu Beratungen zurück. Sie wollten keine inhaltliche Entscheidung treffen, sondern um der «Einheit der Kirche» Willen Anleitung für das weitere Vorgehen geben. Sie schlugen vor, eine Sonderkommission, bestehend aus Personen mit verschiedenen Meinungen zum Thema Homosexualität, einzuberufen, die gemeinsam nach einem weiteren Weg suchen würde. Durch diesen Vorschlag konnte eine Spaltung der Generalkonferenz und auch der ganzen Kirche abgewendet werden.

 

Als Quintessenz der Generalkonferenz setzte Bischof, Patrick Streiff einen Doppelpunkt: «Wir müssen lernen, miteinander an einem Tisch zu sitzen, um einander zu verstehen und die Grundlage zu haben, um Entscheide für die Zukunft zu treffen.»

Einen ausführlichen Bericht über die Generalkonferenz wird in der nächsten Ausgabe von Kirche und Welt zu lesen sein.

 

Autor: Philipp Kohli


United Methodist Church