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Glauben

"Glaube an Christus ist nicht bloss eine Sache des Denkens oder der Vernunft, nicht eine lebensleere Zustimmung, nicht eine Kette von Vorstellungen im Kopf – er ist auch eine Einstellung des Herzens."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Samstag 08. Juli 2017 08:37Alter: 1 year
/ Kategorie: Europa, Schweiz

Methodistische Forscher vernetzten sich

An der Theologischen Hochschule in Reutlingen (THR) trafen sich am vergangenen Wochenende Forscherinnen und Forscher zum ersten internationalen „Forum Forschung“ der THR. Einer der Hauptreferenten war der Schweizer Distriktsvorsteher Stefan Zürcher, der seine Forschungsarbeit zum Thema „Gebet bildet Handeln“ vorstellte.

Stefan Zürcher

Die Forscherinnen und Forscher am letzten Wochenende in Reutlingen

Aus acht Ländern waren Personen, die mit dem Schwerpunkt Methodismus in der theologischen Forschung tätig sind, zur Tagung der Hochschule der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) angereist. Aus der Schweiz nahmen Pfarrerin Annegret Jende aus Eschlikon, Pfarrer Christoph Schluep aus Zürich und der derzeitige Praktikant in Bülach, Reto Gubelmann, teil.

 

"Menschen gehorchen nicht äusseren Geboten"

 

Stefan Zürcher hielt nebst Thomas Kazen, Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Stockholm, eines der beiden Hauptreferate. Er stellte seine Doktorarbeit vor, in der er unter anderem über den Zusammenhang zwischen Gebet und Handeln geforscht hatte. „Christliches Handeln gründet im Gebet und wird von ihm geformt“, lautet die Hauptthese seiner Arbeit. In seinem Referat erläuterte er sie am Beispiel der Barmherzigkeit: „Wir lesen in der Bibel von Gottes Barmherzigkeit, vergegenwärtigen sie uns in Gebet und Gottesdienst und erfahren hoffentlich Gott auch immer wieder als den Barmherzigen.“ Dies führe im Laufe der Zeit dazu, dass „wir barmherzig handeln“. Menschen gehorchten also nicht einem äusseren Gebot, sondern ihr Innerstes, ihr Sein, ihr „Habitus“ also, bringe barmherziges Handeln hervor. Weiter forschte und interpretierte Stefan Zürcher das Gebetsverständnis von John Wesley und formulierte vier Wesensmerkmals des Gebets für die Gemeindepraxis.

 

In fünf Workshops zu den theologischen Themenbereichen Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische sowie Praktische Theologie konnten die Teilnehmer in einem intensiven Austausch ihre jeweiligen Promotionsprojekte oder Forschungsvorhaben vorstellen und diskutieren. Dabei ging es unter anderem um die Theologie des Propheten Jesaja oder die Bedeutung des Begriffes „Fleisch“ (griechisch „sarx“) im Galaterbrief. Auch Themen der Reformation und methodistisch-wesleyanischer Tradition sowie aktuelle Herausforderungen wie die der Migration oder das Verhältnis zwischen Philosophie und Naturwissenschaft fanden ihren Niederschlag in den Workshops.

 

Neuer berufsbegleitender Lehrgang in christlicher Spiritualiät

 

Im Zusammenhang mit der internationalen Tagung macht die THR auf den im Oktober beginnenden berufsbegleitenden Masterstudiengang „Christliche Spiritualität im Kontext verschiedener Kulturen und Religionen“ aufmerksam. Dieser Studiengang richtet sich unter anderem an im pastoralen Dienst stehende Personen und findet an zwölf Wochenenden in drei verschiedenen Tagungshäusern mit unterschiedlicher spiritueller Prägung statt. Einer der inhaltlichen Schwerpunkte des Studiengangs ist die in der EMK und in anderen Kirchen bekannte Bewegung „Fresh Expressions of Church“ (neue Formen von Kirche), die wissenschaftlich stärker erforscht werden soll.

 

Autoren: Klaus Ulrich Ruof, www.emk.de / Barbara Streit-Stettler


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