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Verstand und Schrift

"Ich lasse mich selten durch Eindrücke leiten, sondern im allgemeinen durch den Verstand und die Heilige Schrift."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Dienstag 12. Dezember 2017 16:31Alter: 312 days
/ Kategorie: Europa

Snowboardbänke - hergestellt an der Spattstrasse

„Wàki“ heisst die Krisenstelle für Jugendliche des Diakonie-Zentrums Spattstrasse in Linz. Seit 23 Jahren finden hier Mädchen und Burschen ab 12 Jahren Zuflucht und Hilfe. Der Zufluchtsort bietet Schutz und kurzfristige Wohnmöglichkeit in familiären und persönlichen Krisen. Hier werden Wege aus scheinbar ausweglosen Situationen gefunden. Hier wird Hoffnung geschöpft. Erfolgserlebnisse sammeln die Jugendlichen beim Upcycling von alten Snowboards zu coolen Bänken.

Sozialpädagoge Paulus Medicus leitet die Jugendlichen bei der Arbeit Schritt für Schritt an (Bild: Spattstrasse).

„Die Idee, mit Jugendlichen Bänke aus alten Snowboards zu bauen, habe ich bereits vor längerer Zeit geboren“, erzählt Sozialpädagogin Melanie Klampferer. „Bei der praktischen Umsetzung habe ich mich an meinen Kollegen, Paulus Medicus, einen gelernten Schreiner, gewandt. Nach der Konzeptentwicklung haben wir gemeinsam mit Jugendlichen die ersten Bänke gebaut. Als Material verwenden wir alte Snowboards, Holz, Lack und Hartwachsöl für den letzten Schliff“, so Melanie Klampferer.

 

„Mit drei Jugendlichen haben wir das Projekt gestartet. Zu Beginn gibt es eine ausführliche Einschulung an den Handmaschinen: Stichsäge, Oberfräse, Handbandschleifmaschine, Akkuschrauber und diverse Handwerkzeuge. Dann werden Materialien und Sicherheitsvorkehrungen besprochen. Gut informiert können die Jugendlichen entscheiden, welche Arbeitsschritte sie sich selbständig zutrauen und was sie gerne selber machen möchten. An zwei Stationen werden die einzelnen Arbeitsschritte ausgeführt. Da wird gesägt, gefräst, geschliffen, geschraubt und viel gelacht“, berichtet Paulus Medicus.

 

Der sichtbare Erfolg sind stylische Snowboardbänke. Der weniger offensichtliche aber umso tiefgreifendere Erfolg sind die Erfahrungen der Jugendlichen: „Sie sind gefordert, sich selbst einzuschätzen. Ihnen wird etwas zugetraut. Sie können ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen und zugleich auf sich selbst und andere Acht geben. Die Burschen und Mädchen haben sichtlich Spass an der gemeinsamen Arbeit und erleben, dass sie den Herausforderungen gewachsen sind“, freut sich Melanie Klampferer.

 

„Beim Bau der Bänke ist selbständiges Arbeiten gefragt. Der letzte Feinschliff ist das Einlassen und Bemalen der Bänke. Spannend sind für mich auch die Prozesse, die im Anschluss an die Fertigstellung der Bänke entstehen. Die Jugendlichen beginnen, auch die Abfallstücke kreativ zu verwerten“, ist Paulus Medicus beeindruckt.

Ein besonderer Genuss: abschliessend auf den gemeinsamen Werken zu chillen und sich am Erfolg zu freuen.

 

Das bedarfsorientierte Leistungsangebot der „Spattstrasse“ im österreichischen Linz erstreckt sich von stationären Wohnformen über ambulante Dienste bis hin zur mobilen Begleitung und Betreuung.  Derzeit beschäftigen das Werk der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Österreich 600 Mitarbeitende in unserschiedlichsten therapeutischen und pädagogischen Berufen.

 

Autorin: Hannalore Kleiß, Diakonie-Zentrum Spattstrasse, Linz A


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