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Typisch methodistisch

"Einigkeit und Heiligkeit sind die beiden Dinge, die ich bei den Methodisten finden möchte."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Montag 08. Januar 2018 15:05Alter: 166 days
/ Kategorie: Aus den Gemeinden, Europa

Ein „Glück auf!“ zur Begrüssung

Vom 13. bis 17. Dezember 2017 machte sich die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) aus Eschlikon mit einigen Hinzugekommenen auf zu einer Reise ins ostdeutsche Erzgebirge. Dabei lernten die Reisenden nicht nur Weihnachtsmärkte kennen.

Eschlikoner Reisegruppe

Schwibbogen aus dem Erzgebirge

„Dem Thurgau die Welt.“ So stand es in grosser Schrift auf dem Bus, mit dem die reisefreudige Schar abgeholt wurde. Es ging ins Erzgebirge, der Heimat der Eschlikoner EMK-Pfarrerin Annegret Jende. Auf Autobahnen ging es vorwiegend in nördlicher Richtung der Stadt Schwarzenberg zu, in der auch das Hotel für die nächsten vier Tage war. „Glück auf“, so begrüsst man sich im Erzgebirge und so freundlich wurden die EMK-Glieder auch willkommen geheissen. Nach dem Nachtessen lud Annegret Jende zu einer Abendandacht mit Liedern, Gebeten und einem Impuls ein. Entsprechend der Region, in der wir waren, wählte sie das Thema „Bodenschätze“ und sprach über die biblische Bedeutung von Eisen, Silber und Zinn.

 

Der nächste Tag führte in die Region Annaberg. Zunächst besichtigte die Reisegruppe in Crottendorf eine Räucherkerzen-Manufaktur. Sogar selber Hand anlegen war gefragt. Unter kundiger Anleitung versuchten die Thurgauer selber Duftkegelchen aus Holzkohle und anderen Zutaten zu formen. Eine Dampfeisenbahn fuhr die Reisegesellschaft durch verschneite Fichtenwälder, vorbei an malerischen Dörfchen und nahe der tschechischen Grenze in den Kurort Oberwiesenthal. Von dort brachte sie der Buschauffeur nach Annaberg auf den Weihnachtsmarkt mit der grossen Marktpyramide, dem riesigen Weihnachtsbaum, regionalem Handwerk und vielem mehr. Der Tag klang mit adventlichen Orgelklängen in der St. Annenkirche und einer Führung aus.

 

Schwibbögen und „Hutzn-Nachmittag“

 

Der nächste Tag führte nach Schwarzenberg. Durch den „Schwarzenberger Türmer“ in seinem historischen Gewand erfuhren die EMKler eine Menge über die mehr als 860-jährige Geschichte, aber auch über die Aufgaben, die ein Türmer wahrzunehmen hatte. Etwas ganz Besonderes war der Schwarzenberger Weihnachtsmarkt: In den Gassen laden mit viel Liebe gestaltete Weihnachtsstände zum Innehalten ein und es gibt eine fast unüberschaubare Fülle an Spezialitäten aus dem Erzgebirge. Ein Blick vom König-Albert-Turm zeigte den Erzgebirgskamm und eine Heimatgruppe führte durch einen typisch erzgebirgischem „Hutzn-Nachmittag“ mit Liedern in der lokalen Mundart, aber auch in für die Schweizer besser verständlichem Hochdeutsch. „Bluus ka Heggdigg“ – Bloss keine Hektik: das nahmen sich die Gäste zu Herzen. Und sie staunten einmal mehr über die vielen wunderschönen Schwibbögen in den Fenstern der Häuser, die die winterliche Landschaft verzaubern.

 

Geheimer Uranabbau

 

Am letzten Tag ging es in den Schacht 15IIb in Bad Schlema: Nach Ende des Krieges und in der DDR-Zeit wurde unter strenger Geheimhaltung für die Sowjetunion Uran abgebaut. Und so hiess es erst einmal Anziehen entsprechender Schutzkleidung: Stiefel, Helm und eine Stirnlampe gehören zur Ausrüstung, mit der die Eschlikoner in den 50m tiefen Schacht einfuhren. Erfahrene Bergmänner, die die Zeit des Uranabbaus noch erlebt haben, führten durch das riesige Bergwerk.

 

Am Abend lud die EMK Schwarzenberg mit Pfarrer Kersten Benzing zu einem Begegnungsabend ein. Zum Kennlernen bekamen Gäste und Einheimische je ein Puzzleteil, mit Hilfe dessen sich deutsch-schweizerische Paare bildeten. Es entwickelten sich spannende Gespräche, die zeigten, dass der Glaube Eschlikon mit Schwarzenberg verbindet. Am Sonntag schloss die Reise mit einem Gottesdienst.

 

Autoren: Annegret Jende / Ruedi Kobi


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