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"Christus wird dir deinen Platz und deinen Rang zuweisen, ob er nun höher oder niedriger ist, ob es dir gut geht oder ob du leidest. Gib dich damit zufrieden, dass Christus beides, deine Arbeit und deine Situation bestimmt, dass er so oder so über dich verfügt."

John Wesley (1703 - 1791)

Newsdetail

Freitag 10. März 2017 09:20Alter: 1 year
/ Kategorie: Aus den Gemeinden

Demut und harte Metal-Musik

Die EMK Thun widmete ihren „Gottesdienst Spezial“ vom letzten Sonntag der Metal-Szene. Metal-Pfarrer Samuel Hug beschrieb die "Metaller" als ehrlich, tiefsinnig und leidenschaftlich.

Metal-Pfarrer Hug (Mitte) im Gespräch mit EMK-Pfarrer Matthias Bünger und Susanne Zumstein.

Die vorderen zwei Stuhlreihen in der EMK Thun sind nur spärlich besetzt.Und dann kommen die Insider aus der Metal-Szene herein - schwarz gekleidet,mit Piercings und Armbändern. "Wir freuenuns, dass unser Haus voll geworden ist", strahlt Susanne Zumstein bei der Begrüssung. Mit Video und Interview wird der Gast vorgestellt.

 

"Hard music, strong message"

 

"Ich will Gott dienen", stellt der Metal-Pfarrer Samuel Hug von Beginn weg klar. Er ist Pfarrer in Niederbipp BE, vierfacher Vater und liebt Metal-Rock. "Ich will niemanden zum Metal bekehren. Wichtig ist mir, dass alle Ehre Gott gehört." Das war nicht immer so, bekennt Hug in der Talkrunde. Der Ostschweizer studierte in Bern Theologie, war hin- und hergerissenzwischen "angepasstem Bürgertum", beruflichem Erfolgsdrang und dem harten Groove der Metal-Musik. Im Lauf der Jahre lernte er zweierlei: Demut und - "Christsein und Metal passen zusammen". Heute geht es ihm nicht mehr darum, für sich die Erfüllung in einem Musik- und Lebensstil zu finden.

 

Suchende und Enttäuschte

 

"Die Metalchurch ist eine Kirche, die auf Menschen zugeht", definiert Hug. Zusammen mit einigen Dutzend Mitgliedern besucht er Konzerte. "Wir sprechen Menschen an, hören den Suchenden und Enttäuschten zu." Die Bewegung organisiert auch eigene Anlässe, physisch und online. Diese seien von einer "ehrlichen Radikalität" geprägt. Harte Musik und starke Botschaften ist das Konzept. Bei den Zusammenkünften ist auch Alkohol im Spiel. An der Trilogie "Bibel, Bier und Leidenschaft" findet Hug nichts Anrüchiges: "Es kommt aufs Mass an. Und auf unser Herz."

 

"Ich habe sie einfach gern"

 

Und das oft als Provokation kritisierte Äussere? "Es sind meine Leute und ich habesie gern", bekennt Pfarrer Hug. "Metaller" seien zwar keine Karrieretypen, aber ehrlicheund tiefsinnige Menschen mit grosserLeidenschaft. "... was blind but now I see", singt das Lobpreisteam. Das deckt sich mit Hugs Beobachtungen: In der christlichen Metal-Szene fänden sich viele Aussteiger aus Kirchen und Gemeinden, die biblische Inhalte nun in einem für sie glaubwürdigen Kontext erkennen und umsetzen würden. Denn: "In den Kirchen ist längst nicht alles christlich, in der Metal-Szene längst nicht alles schlecht."

 

"Farbige" Diskussion

 

Welche "Farbe" der eigene Glaube hat, ist individuell. Die lebhafte Fragerunde zeugt eindrücklich davon. Zwischen distanzierter Ablehnung bis hin zu offener Zustimmung werden alle Facetten sichtbar. "Wir sollten das ganze Spektrum an Menschen und Farben wertschätzen und miteinander im Gespräch bleiben", sagt Samuel Hug. Anlässe wie dieser liefern dazu den nötigen Gesprächsstoff.

 

www.metalchurch.ch

www.emk-thun.ch

 

Autor: Thomas Feuz, idea Spektrum Schweiz


United Methodist Church