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Glauben

"Glaube an Christus ist nicht bloss eine Sache des Denkens oder der Vernunft, nicht eine lebensleere Zustimmung, nicht eine Kette von Vorstellungen im Kopf – er ist auch eine Einstellung des Herzens."

John Wesley (1703 - 1791)

Freitag 26. September 2008 20:33Alter: 10 yrs
/ Kategorie: Schweiz

Leiterkonferenz der Freikirchen: Ist die Gemeinde Reich Gottes?

Wie viel von der Wirklichkeit des Reiches Gottes ist in einer christlichen Gemeinde wirksam? Wie viel davon soll und muss in die Gesellschaft einfliessen? Diesen Fragen stellte sich die Leiterkonferenz der Freikirchen an ihrem Treffen vom 19. September 2008 in Bern.

Das Reich Gottes oder das „Reich der Himmel“ meinen das gleiche: Die Herrschaft Gottes, die in der himmlischen Welt wirksam ist, soll auch auf der Erde Realität werden. Bereits im Alten Testament war die Herrschaft Gottes auf der Welt ein wichtiges Element. Im Neuen Testament spricht Jesus schon früh vom kommenden und gegenwärtigen Reich Gottes. „Es ist inwendig in euch“, sagte Jesus. „Christen sind aufgefordert, diese Herrschaft in ihrem Leben zuzulassen, wo immer sie leben und welche Gesetze auch immer in diesem Land gelten“, betonte dazu Max Schläpfer, Präsident des Verbandes Evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG), in Bern.

Wichtig sei dabei, dass das Reich Gottes nicht mit „der Kirche“ gleichgesetzt werden dürfe. Das Reich Gottes sei eben nicht physisch zu orten, sondern in der Form von Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist“ in Menschen lebendig, die sich Gottes Herrschaft aussetzen. Wichtig sei auch, dass das Reich Gottes in der Gemeinde zwar in einer vorläufigen Form erlebt werden könne, in seiner ganzen Fülle aber erst noch kommen werde. Es sei daher nicht biblisch, vollmächtige Taten Gottes, zum Beispiel Heilungswunder, als selbstverständliche Kundgebung Gottes zu allen Zeiten zu fordern. „Wir sind seine Botschafter auf der Welt“, betonte Schläpfer, die bereit sind, sein Evangelium weiter zutragen.

Daniel Moser, Leiter der Freien Charismatischen Gemeinden in der Schweiz (FCGS), fragte anhand der Sendschreiben in der Offenbarung (Offb 1-3) nach dem Verhältnis von Gemeinde und Reich Gottes. Zwar geschähen in der Gemeinde Zeichen und Wunder. Das Reich Gottes sei aber immer mehr als die christlichen Gemeinden.

In der folgenden Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, wie viel Reich Gottes denn in unseren Gemeinden sichtbar werden müsste und wie viel Einfluss die Gemeinde auf die öffentliche Ordnung und die Gesellschaft haben könne. Dabei sei die Grundsatzfrage zu stellen, ob die Gemeinde überhaupt in die Gesellschaft hineinwirken wolle. Nach seiner Beobachtung habe in den letzten Jahren eher ein Rückzug aus dem öffentlichen Engagement stattgefunden, gab ein Leiter zu bedenken.

Vorbild könne das Reich Gottes auch gegenüber der Gesellschaft sein, indem sie als Gegengesellschaft Werte aufzeigt, welche in der Gesellschaft nicht bekannt seien. Zum Beispiel indem man bereit ist, allen den gleichen Lohn zuzugestehen, auch wenn nicht gleich viel gearbeitet wurde (Mt. 20). Oder dass im Reich Gottes weniger das Geld als vielmehr die gelebte Freundschaft zählt (Lk. 16). Die Christen, als Bürger des Reiches Gottes können sich in diesem Sinne als Gegengesellschaft konstituieren, was allerdings in jeder Weltgegend wieder etwas Anderes bedeuten könne, sagte Markus Bach, Delegierter der Evangelisch-methodistischen Kirche.

 

Weitere Informationen aus der Sitzung:

In den evangelischen Gemeinden im Tessin zeichnet sich ein Leiterwechsel ab, wobei auch junge Pastoren, die im Tessin aufgewachsen sind, die Gemeindeleitung übernehmen. Eine verheissungsvolle Entwicklung, meinte dazu Markus Zollinger, Delegierter der Tessiner Gemeinden in der Leiterkonferenz der Freikirchen.

In den Tessiner Gemeinden wird neu der auf Italienisch übersetzte Alphalive-Kurs erfolgreich eingesetzt. Dieser finde besonderes Interesse auch unter Katholiken im Tessin, stellte Zollinger fest.

VFG-Vorstandmitglied und Rechtsanwalt Peter Deutsch berichtete, dass die Berner Steuerverwaltung entschieden habe, auch für das Steuerjahr 2008 die Abzugsfähigkeit von Spenden anzuerkennen, welche für gemeinnützige Zwecke an freikirchliche Gemeinden gespendet wurden. Die Frage der Steuerbefreiung für Spenden werde den VFG-Vorstand weiter beschäftigen. Peter Deutsch bleibt am Ball.

Wilf Gasser, Delegierter der Vineyard-Gemeinden, berichtete über die zum Teil massive Kritik von Medien an der Organisation „Wüstenstrom“ und auch an Freikirchen in Bezug auf ihre Haltung zur Homosexualität. Die Freikirchen müssten sich Gedanken machen, wie sie – auch gegenüber ihren Mitgliedern – mit dem Thema umgingen. Es brauche diesbezüglich auch eine sachgerechte Information in den Gemeinden (mehr dazu später).

 

Quelle: Fritz Imhof, Idea Schweiz


United Methodist Church