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Porträt

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) in der Schweiz gehört seit rund 150 Jahren zur Schweizer Kirchenlandschaft. Sie umfasst heute rund 120 Gemeinden mit rund 12'500 Mitgliedern und Freunden. Ihre Anfänge gehen auf die beiden anglikanischen Pfarrer John und Charles Wesley zurück, die im 18. Jahrhundert in England lebten. Der Begriff „methodistisch“ war ursprünglich ein Spottname für die hoch strukturierte Lebensweise eines Studentenkreises an der Universität Oxford, dem damals auch die Brüder Wesley angehörten. Dazu gehörten tägliche Bibellektüre, Gebet, Fasten und Wohltätigkeit.

Theologie und Kirchenverständnis

Zofingen

Massgebende Grundlage für das Leben und den Dienst der EMK ist das Evangelium der Bibel. Die Kirche pflegt ein differenziertes Bibelverständnis, das auch die Tradition, die Vernunft im Sinne des gesunden Menschenverstandes und die persönliche (Alltags-)Erfahrung einbezieht. Damit verbunden ist ein grosser Freiraum für das persönliche Bekenntnis im Alltag durch einen Glauben, der in der Liebe tätig ist. Die EMK will diese Vielfalt ausdrücklich ermöglichen und aushalten. Kirchengründer John Wesley formulierte es so: „In allen Fragen, die nicht die Wurzel des Christentums treffen, halten wir es mit der Regel: Denken und denken lassen.“

Die EMK ist dennoch eine missionarische Kirche, die Menschen zu einer persönlichen Gottesbeziehung einlädt. Mitglied der Kirche wird, wer vor der Gemeinde ein Bekenntnis seines Glaubens ablegt.

Die Pfarrerinnen und Pfarrer der EMK wurden zu einem grossen Teil an der Theologischen Hochschule in Reutlingen (Deutschland) ausgebildet. Mehr und mehr sind aber auch Pfarrpersonen mit anderen theologischen Ausbildungen in der EMK tätig.

Alle Methodisten und methodistischen Gemeinden sind in einem weltweiten Netz von Beziehungen miteinander verbunden und tragen auch Verantwortung füreinander. Dieses Verbundsystem, das die Struktur der Kirche prägt, pflegte Wesley mit „connexion“ zu bezeichnen, was sich aus dem englischen Begriff für „Verbindung, Beziehung“ ableiten lässt. Die Leitungsgremien der EMK setzen sich zu gleichen Teilen aus Ordinierten und Laien zusammen.

Verkündigung verbunden mit Diakonie

Liestal

Methodistische Verkündigung zielt auf Veränderung im persönlichen Leben und in der Gesellschaft. Von Beginn weg öffnete dies den Blick für die Armen, Entrechteten und Vernachlässigten in der Gesellschaft. So spielten Methodisten beispielsweise eine wichtige Rolle bei der Abschaffung der Sklaverei in England vor rund 200 Jahren.

1908 verabschiedete die Kirche eine Erklärung zu sozialen Fragen. «Wir bejahen die natürliche Welt als Gottes Werk und widmen uns ihrer Erhaltung, Verbesserung und treuen Verwendung durch die Menschen», wurde damals formuliert. «Wir bekräftigen, dass alle Personen in den Augen Gottes den gleichen Wert besitzen und wir arbeiten deshalb auf eine Gemeinschaft hin, in der der Wert eines jeden Menschen anerkannt, erhalten und gestärkt wird», heisst es unter anderem in den 1946 verabschiedeten Sozialen Grundsätzen, die bis heute regelmässig aktualisiert werden. Diese Verpflichtungen sind nicht leere Worte. Altersheime, Spitäler, ein sozial-therapeutisches Wohnheim, Häuser für Ferienlager und Hotels sind Ausdruck des kirchlichen Dienstes an der Gesellschaft. Auch die einzelnen Gemeinden engagieren sich in ihrem Umfeld zum Beispiel mit Besuchen bei Alten und Einsamen, Mittagstischen, Kinder- und Jugendarbeit, Kindertagesstätten oder in der Begleitung Randständiger.

Organisation und Finanzen

Die EMK ist als schweizweiter Verein eingetragen und beschäftigt 115 Angestellte. Die rund 12'500 Mitglieder und Freunde tragen die Ausgaben ihrer Gemeinden und der Gesamtkirche vollumfänglich mit Spenden. Die EMK Schweiz sorgt durch einen Finanzausgleich zwischen den einzelnen Gemeinden dafür, dass auch Gemeinden mit wenigen Ressourcen ihre Aufwendungen tragen können. Ein Fonds unterstützt Neugründungen und finanziert den Gemeindeaufbau in den ersten fünf bis zehn Jahren. Aktuell besteht en Gemeindegründungsprojekte in Bern.

 

Geleitet wird die EMK Schweiz durch Bischof Patrick Streiff und die vier Distriktsvorsteher, die zusammen das Kabinett bilden sowie durch einen Kirchenvorstand, der sich vorwiegend mit den Finanzen und Liegenschaften der EMK Schweiz befasst. Oberstes Organ ist die Jährliche Konferenz der EMK Schweiz-Frankreich, der alle Pfarrerinnen und Pfarrer sowie eine gleiche Zahl von Laienmitgliedern angehören.

Geschichte

Zürich Zelthof

1856 kamen zwei deutschsprachige Prediger der Bischöflichen Methodistenkirche in die Schweiz. In Lausanne, wo seit 1840 eine französischsprachige methodistische Gemeinde bestand, und in Zürich verkündigten sie das Evangelium. Prediger der Evangelischen Gemeinschaft, einem anderen methodistischen Kirchenzweig, fanden zehn Jahre später den Weg nach Bern, wo sie eine erste Gemeinde gründeten. Die Anstrengungen der Missionare trugen Früchte. In den ersten 25 Jahren breiteten sich die beiden deutschsprachigen methodistischen Zweige schnell aus. Die entstandenen Gemeinden gewannen Mitglieder und Freunde und führten oft grosse Sonntagschulen und Chöre. Ein wichtiges Ereignis war 1968 die weltweite Kirchenvereinigung der beiden Zweige zur Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church).

Teil der weltweiten Kirche

Die EMK ist Teil der United Methodist Church (UMC) mit weltweit über 10 Millionen Mitgliedern.

Eine besondere Verbindung unterhält die EMK Schweiz zu den methodistischen Gemeinden in Nordafrika, Frankreich, Mitteleuropa und im Balkan, die ebenfalls zum Bischofsgebiet von Bischof Patrick Streiff gehören. Ausserdem pflegt sie freund- und partnerschaftliche Beziehungen zu Methodisten in Afrika und Südamerika sowie in Kambodscha. Connexio, das EMK-Netzwerk für Mission und Diakonie, finanziert verschiedenste Projekte in diesen Ländern.

In der Schweiz engagiert sich die EMK als verbindendes Glied zwischen Landes- und Freikirchen. Sie sucht die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen am Ort und darüber hinaus, sei es im Rahmen der Ökumene, der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) oder des Verbandes der Freikirchen und Gemeinschaften (VFG). Sie gehört dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) an.

Barbara Streit-Stettler, E-Mail

Powerpoint

über die EMK (selbsterklärend)

Werke

Fachstelle für Kinder- und Jugendarbeit Takano

 

Netzwerk für Mission und Diakonie Connexio

 

Frauennetzwerk

 

Bildung+Beratung

 

Ausschuss für Kirche und Gesellschaft

United Methodist Church