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Reden, Schweigen

"Ich habe kaum je bereut, zu wenig gesagt zu haben, aber häufig, zu viel."

John Wesley (1703 - 1791)

Mittwoch 30. Januar 2019 06:00Alter: 22 days
/ Kategorie: Europa

Aufruf zur Bekämpfung des Hasses und zur Überwindung von Spaltungen

Der Polnische Ökumenische Rat hat sich entschieden gegen alle Formen des Hasses ausgesprochen und zu einer Überwindung von Konflikten und tiefen Spaltungen aufgerufen.

Andrzej Malicki, leitender Superintendent der EMK in Polen, bei seiner Predigt im zentralen ökumenischen Gottesdienst anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen

Deutliche Worte fand der Polnische Ökumenische Rat im Vorfeld der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Sie hatten einerseits mit einer kritischen Einschätzung der allgemeinen gesellschaftlichen Lage in Polen zu tun. Sie waren aber auch auf dem konkreten Hintergrund des Attentats auf Paweł Bogdan Adamowicz formuliert worden. Adamowicz, bis zu seinem Tod Stadtpräsident von Gdańsk (Danzig), war am 13. Januar 2019 während der regionalen Abschlussveranstaltung des Grossen Orchesters der Weihnachtshilfe niedergestochen worden und am Tag darauf an den Folgen der ihm zugefügten Verletzungen verstorben.

 

Das Attentat in Gdańsk habe erneut «die Konflikte und tiefen Spaltungen in unserer Heimat, unseren Kirchen, unseren Gemeinden, aber auch unseren Familien» gezeigt, so der Polnische Ökumenische Rat, dem verschiedene altkatholische, orthodoxe und evangelische Kirchen angehören, darunter auch die EMK in Polen. «Wir wehren uns ausdrücklich gegen alle Formen des Hasses, einschliesslich der Hassreden in der öffentlichen Debatte. Hass hält uns voneinander fern und trägt dazu bei, dass wir Vorurteile kultivieren. Er sorgt dafür, dass wir Trennungen und Spaltungen zementieren statt gemeinsam an einer starken und solidarischen Gesellschaft zu bauen.»

 

Der Polnische Ökumenische Rat verwies auf die Bibel, die dazu einlade, sich um Gerechtigkeit zu bemühen. Es gehe darum, die Spirale des Hasses zu stoppen. Und weiter: «Wir sind nicht so gespalten, dass wir nicht mehr miteinander sprechen oder einander vergeben könnten. Wir schulden jeder Person Respekt. Jeder Mensch, geschaffen nach dem Ebenbild Gottes, hat seine Würde. Es ist unsere Pflicht, Vorurteilen und Hassreden entgegenzutreten und uns an die Seite jener zu stellen, die darunter leiden. Lasst uns lernen, miteinander zu sprechen anstatt einander zu bekämpfen. Lasst uns auch konkrete Schritte tun, die der Versöhnung und dem Gemeinwohl dienen.»

 

Andrzej Malicki, leitender Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche in Polen und Sekretär des Polnischen Ökumenischen Rates, führte diese Gedanken in seiner Predigt im zentralen ökumenischen Gottesdienst der Gebetswoche weiter. «Jeder von uns ist verantwortlich – für die Worte, die wir sagen, für das, was wir schreiben, aber auch wie wir leben. Wenn die Liebe zu Gott und dem Nächsten ein Defizit aufweist, bedeutet dies, dass wir noch nicht verändert sind.» Er mahnte, sich nicht mit einer Pseudo-Transformation zu begnügen. Wo der Glaube keinen wirklichen Einfluss auf den Alltag und das Leben habe, und wo sich der Glaube nicht in der Liebe zu Gott und zum Nächsten ausdrücke, seien die Menschen weit von den Grundsätzen des Evangeliums entfernt.

 

Worte, die auf die gesellschaftliche Analyse eines spezifischen Landes gemünzt waren. Worte aber, die wohl weit über Polen hinaus bedenkenswert sind.

 

Quelle: Polnischer Ökumenischer Rat / Urs Schweizer, Assistent von Bischof Patrick Streiff, Zürich


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