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"Christus wird dir deinen Platz und deinen Rang zuweisen, ob er nun höher oder niedriger ist, ob es dir gut geht oder ob du leidest. Gib dich damit zufrieden, dass Christus beides, deine Arbeit und deine Situation bestimmt, dass er so oder so über dich verfügt."

John Wesley (1703 - 1791)

Dienstag 30. Oktober 2018 07:30Alter: 18 days
/ Kategorie: Weltweit

Methodistischer Friedenspreis an Familie Nassar im Westjordanland überreicht

Bischof Ivan Abrahams und Gillian Kingston vom Methodistischen Weltrat überreichten am 11. Oktober im Westjordanland den Friedenspreis des Methodistischen Weltrats an die palästinensische Familie Nassar, die dort Brücken zwischen den Bevölkerungsgruppen baut.

Gillian Kingston, die stellvertretende Vorsitzende des Weltrats Methodistischer Kirchen, überreicht Daoud Nassar den Methodistischen Friedenspreis. (Bild: emk.de)

Auf einem rund 40 ha grossen Landstück betreibt die Familie Nassar südwestlich von Bethlehem eine Farm. Obwohl es Dokumente gibt, die beweisen, dass das Land seit 1916 dieser christlichen palästinensischen Familie gehört, will Israel das Land übernehmen. Seit neunzehn Jahren dauert der Rechtsstreit an. Die Familie darf ihre Farm nicht für landwirtschaftliche Zwecke weiterentwickeln. Der Zugang zu Strom, Wasser oder zur Abwasserinfrastruktur ist ihnen verwehrt. Sie erhalten keine Bewilligungen für neue Gebäude. Angesichts dieser Einschränkungen haben sie kreative und nachhaltige Alternativen entwickelt. Da zum Beispiel keine Brunnen gebohrt werden dürfen, sammelt die Familie das Regenwasser in Zisternen. So bleibt die Familie auf ihrem Land und teilt ihre Geschichte des Friedens mit Gästen aus der ganzen Welt.


Den Frieden wählen
Auf der Farm entstand eine «Zelt der Nationen» genannte Begegnungsstätte, in der unter anderem Sommerlager für traumatisierte Kinder abgehalten werden. «Wir weigern uns, Feinde zu sein», steht auf einem Stein am Eingang der inzwischen von jüdischen Siedlungen umgebenen Farm. Hier werden innere Grenzen überwunden, obwohl die äusseren Barrieren immer höher werden. «Menschen bauen Brücken» lautet das Motto der Familie Nassar, die viele Kontakte nach Deutschland hat.


Mitarbeit ermöglichen
Die Familie gründete auch das Bent Al-Reef Frauenzentrum, um Frauen Englisch-, Computer- und Kunstunterricht zu erteilen und sie auf diese Weise zu befähigen und zu ermutigen, die Gesellschaft mitzugestalten. Jedes Jahr reisen Hunderte von Freiwilligen nach Palästina, leben mit der Familie Nassar zusammen und engagieren sich aktiv für die Arbeit auf dem Land, nehmen an Programmen teil oder leiten solche.


Einen Unterschied machen
Der Generalsekretär des Weltrats Methodistischer Kirchen, Bischof Ivan Abrahams, und die stellvertretende Ratsvorsitzende, Gillian Kingston, überreichten in einer bewegenden Feierstunde am 11. Oktober unter freiem Himmel den Friedenspreis des Methodistischen Weltrats an Familie Nassar. «Es war ein besonderer Moment für uns alle, als wir hörten, dass der Friedenspreis an unsere Familie geht», sagte Daoud Nassar, als er zum ersten Mal über den Preis informiert wurde. «Wir fühlen uns geehrt, diesen Preis zu erhalten. Wir werden unseren Kampf für Gerechtigkeit mit Glauben, Liebe und Hoffnung fortsetzen im Wissen darum, dass wir nicht allein gelassen werden. Wir werden auch weiterhin das Land kultivieren und mehr Samen für eine bessere und friedliche Zukunft pflanzen. Zusammen können wir einen Unterschied machen.»

 

Bereits überreicht

Den Friedenspreis 2017 erhielt neben der Familie Nassar auch die Methodistische Kirche in Italien für ihre herausragende Flüchtlingsarbeit. Der Preis wurde Ende August überreicht.

 

 

Weiterführende Informationen

«Zelt der Nationen» von Familie Nassar (engl.)
Friedenspreis des Methodistischen Weltrats (engl)

 

Der Friedenspreis des Weltrats Methodistischer Kirchen

Der Friedenspreis des Weltrats Methodistischer Kirchen wurde 1977 erstmals verliehen. Er wird jährlich einer oder mehreren Personen oder Organisationen zugesprochen, die in ihrem Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung von Menschen auf der ganzen Welt Mut, Kreativität und Standhaftigkeit bewiesen haben. Nominierungen können von den Leitungen der WMC-Mitgliedskirchen eingereicht werden. Der Preis besteht aus einer vergoldeten Silbermedaille und ist mit einem symbolischen Betrag von 1.000 US-Dollar dotiert.
Zu den früheren Preisträgern gehören unter anderen der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela, der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter, der ehemalige Präsident von Mazedonien, Boris Trajkovski, die Mütter des Platzes der Mairevolution in Argentinien und der ehemalige Generalsekretär der KPdSU und Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow.

 

Quellen: Rosmarie Wenner, emk.de / Methodistischer Weltrat / Tina Whitehead, wpaumc.org

 

 


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