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Ganzheitlichkeit

"Dem Mass unserer Liebe entspricht das Mass unseres Glücks."

John Wesley (1703 - 1791)

Montag 01. Oktober 2018 07:00Alter: 75 days
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«Glaube, der unter die Haut geht»

Tattoos boomen, das ist nicht neu. Aber immer mehr Tattoo-Anhänger lassen sich religiöse Motive auf die Haut nadeln. Kreuze, Jesus-Portraits, Engel und Dornenkronen. Grossflächig. Diesem Phänomen geht Vera Rüttimann in einem kürzlich auf dem Portal kat.ch erschienenen Artikel nach.

cvjm-th/pixabay/CC0 Creative Commons

Dan Tschanz, ein seit über 20 Jahren im aargauischen Wettingen tätiger Tätowierer, ist auf Tattoos mit religiösen Motiven spezialisiert und habe gemäss Rüttimann ein volles Auftragsbuch. Seine Kundschaft wachse.

 

Leute aus allen Schichten

Gegenüber Rüttimann erklärt Tschanz, dass seine Kunden aus allen Schichten kämen. Darunter seien Bänker, Lehrer aber auch Pfarrer - nicht mehr wie früher nur Rocker oder Leute vom Rand der Gesellschaft.

 

Beweggründe

Was sind die Gründe für die Attraktivität religiöser Tattoo-Motive? Rüttimann führt in ihrem Artikel unter anderem den Leipziger Wissenschaftler Christoph Türcke an, der einen grassierenden Selfie- und Influencer-Wahn vermute, der immer mehr Leute dazu brächte, sich selbst zum Bild zu machen.

 

Auch Michael Goldberg, der laut Rüttimann in seiner Masterarbeit für die Universität Luzern herausfand, dass Tattoos ihre TrägerInnen an einschneidende Lebensereignisse erinnern. Oder für die Überwindung von Krisen ständen, Schutz und Begleitung im Alltag böten oder ein Bekenntnis zum eigenen Glauben seien.

 

Und die Christen?

Laut Rüttimann galt die Tätowierung der Initialen Christi, also des "X" oder von "I.N", den ersten Christen als Erkennungszeichen. Auch die Motive "Fisch", "Kreuz" oder "Lamm" seien auf die Stirn tätowiert, zweifelnde Christen hingegen mit Tattoos gebrandmarkt worden. Seit Jahrhunderten liessen sich Pilger nach Erreichen des Ziels tätowieren.

 

Andererseits seien Körperzeichen unter Christen lange Zeit umstritten gewesen und wurden abgelehnt, so Rüttimann. Sie zitiert das Alte Testament (3. Mose 19,28): "Für einen Toten dürft ihr keine Einschnitte auf eurem Körper anbringen und ihr dürft euch keine Zeichen einritzen lassen", weisst aber auch darauf hin, dass Paulus vermutlich tätowiert war: "In Zukunft soll mir niemand mehr solche Schwierigkeiten bereiten. Denn ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leibe" (Galater 6,17).

 

Wie auch immer, das Thema Tattoo sei inzwischen bei hiesigen Pfarrern angekommen, schreibt Rüttimann. Auf der Plattform "Fresh Expressions" werde von einem Pfarrer berichtet, der ein Tattoo-Geschäft aufsuchte und die Eigentümerin einlud, in der Kirche über Tattoos und Gott zu sprechen.

 

Quelle: Vera Rüttimann - kath.ch / es

Originalartikel auf kath.ch


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