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Dienstag 08. Mai 2018 16:20Alter: 163 days
/ Kategorie: Weltweit

«Wir bekräftigen, dass die Vielfalt unserer Kirche eine Stärke ist»

Wie sieht der «Weg in die Zukunft» für die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) aus angesichts der unterschiedlichen Positonen vor allem zu Fragen menschlicher Sexualität? Der Bischofsrat empfiehlt, die Einheit zu wahren und Freiheit zu gewähren.

Bischöfin Cynthia F. Harvey (rechts) beantwortet während einer Pressekonferenz Fragen zur Bischofsratsentscheidung über den weiteren Weg der Kirche. (Bild: Mike DuBose, UMNS)

Vom 29. April bis 4. Mai traf sich der internationale Bischofsrat der EMK zu seiner Frühjahrstagung in Chicago im US-Bundesstaat Illinois. Vorrangiges Thema dieses Treffens war die Vorbereitung der im kommenden Jahr stattfindenden ausserordentlichen Tagung der Generalkonferenz. Dort will die weltweit verfasste Evangelisch-methodistische Kirche eine Lösung in den strittigen Fragen zur menschlichen Sexualität finden.

 

Drei Entwürfe für die Zukunft der EMK
Der Bischofsrat beschloss nach einem intensiven Gesprächs- und Gebetsprozess, dass der Generalkonferenz-Tagung 2019 drei Entwürfe vorgelegt werden, wie der Weg in die Zukunft für die EMK aussehen könnte. Von der Kommission «Ein Weg in die Zukunft» waren diese Entwürfe entwickelt und dem Bischofsrat zur Diskussion vorgelegt worden. In der jetzt vom Bischofsrat beschlossenen englischsprachigen Vorlage sind die Entwürfe mit den Arbeitstiteln «Traditionalist Plan», «One Church Plan» und «Connectional Conference Plan» überschrieben.


Konsequente Anwendung
Der erste Entwurf («Traditionalist Plan», in deutscher Übertragung etwa «Entwurf, der die bestehende Ordnung bewahrt») hält am aktuellen Wortlaut der EMK-Kirchenordnung fest. Dabei wird Wert gelegt auf die konsequente Anwendung der bisherigen Regelungen, dass homosexuelle Handlungsweisen mit der christlichen Lehre unvereinbar sind.

 

Einheit und Freiheit
Beim zweiten Entwurf («One Church Plan», in deutscher Übertragung etwa «Entwurf, die Einheit der Kirche zu bewahren») wird die Einheit der weltweiten EMK trotz verschiedener Überzeugungen in der Homosexualitätsdiskussion betont. Aus den aktuell gültigen Ordnungstexten werden die Passagen entfernt, die Homosexualität ausdrücklich verurteilen und disziplinarische Massnahmen beschreiben. Die Streichung dieser Passagen aus der weltweit verbindlichen EMK-Kirchenordnung ermöglicht den Konferenzen, dieses Thema im jeweiligen politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Kontext zu betrachten und für dafür angemessene Ordnungen zu formulieren.

 

Mehrere Verbünde
Im dritten Entwurf («Connectional Conference Plan», auf Deutsch etwa «Entwurf für Konferenzen-Verbünde») wird eine umfassende strukturelle Veränderung der weltweiten EMK beschrieben. Unter dem Dach einer gemeinsamen Grundordnung und einiger gemeinsam verantworteter Arbeitsbereiche bilden sich drei oder mehr Verbünde, die sich an unterschiedlichen theologischen Grundhaltungen orientieren. Innerhalb eines solchen Verbundes werden die gegenseitige Verbindlichkeit, der Umgang in der Frage menschlicher Sexualität, die kirchliche und missionarische Arbeit im jeweiligen Umfeld und das in diesem Verbund geltende kirchliche Rechts- und Finanzwesen festgelegt.


Empfehlung mit Mehrheit
Der Bischofsrat spricht sich in seiner Empfehlung «mehrheitlich» für den zweiten Entwurf aus, der auf die Bewahrung der Einheit der weltweiten EMK zielt («One Church Plan»). In der nach Abschluss der Bischofsratstagung veröffentlichten Pressemeldung wird darauf verwiesen, dass dieser Entwurf den Konferenzen und den Gemeinden sowie den Pfarrer/innen in grösstmöglicher Weise Freiheiten einräumt. Die jeweilige missionarische und gesellschaftliche Situation kann in einer Weise berücksichtigt werden, die auch die theologischen Überzeugungen widerspiegelt. Besonders den Zentralkonferenzen in Afrika biete dieser Entwurf die Möglichkeit, in Ordnungsfragen rund um das Thema Homosexualität Autorität zu behalten und weiterhin Teil der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche zu bleiben. Bei grösstmöglicher Freiheit bleibt gleichzeitig der verbindende und verbindliche Charakter der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche bewahrt.


Vielfalt ist Stärke
Der Entscheidungsprozess des Bischofsrats sei vom umfassenden Wunsch geleitet gewesen, dem von der Generalkonferenz 2016 erteilten Auftrag gerecht zu werden, «der Kirche dabei zu helfen, einen Weg in die Zukunft zu finden», erklärte Kenneth H. Carter. Der neue Präsident des Bischofsrats wies darauf hin, dass die umfangreiche Arbeit der 32-köpfigen Kommission «Ein Weg in die Zukunft» im Bischofsrat viel Anerkennung gefunden habe. Auch die Gebetsbegleitung aus allen Teilen der weltweiten EMK habe der Bischofsrat mit grosser Dankbarkeit wahrgenommen. «Wir bekräftigen, dass die Vielfalt unserer Kirche eine Stärke ist und wissen uns der Wahrung der Einheit unserer Kirche verpflichtet.»

 

Weiterführende Informationen

Presseerklärung des EMK-Bischofsrats (Englisch)

Meldung zur Entscheidung des Bischofsrats von der EMK-Medienagentur UMNS (Englisch)

 

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Quelle: emk.de (Klaus Ulrich Ruof) / SF

 

 


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