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Freude

"Glaube ist Liebe, Frieden und Freude im Heiligen Geist. Er ist die fröhlichste und heiterste Sache der Welt. Er ist völlig unvereinbar mit Griesgrämigkeit, Missmut, Hartherzigkeit und allem, was nicht der Sanftmut, Güte und Freundlichkeit Jesu entspricht."

John Wesley (1703 - 1791)

Donnerstag 31. Mai 2018 12:00Alter: 83 days
/ Kategorie: Schweiz

Jubiläum der Backpackers Villa: «Wir hatten 20 ‹fette› Jahre – das ist unglaublich!»

Mit einem vielfältigen Programm feierte die Backpackers Villa in Interlaken 20 erfolgreiche Betriebsjahre. Im Gespräch schaut David Bühler, der Gastgeber des Hostels, zurück auf das Fest, auf die Erfolgsgeschichte der Villa – und er sagt, wo in Zukunft neue Herausforderungen liegen.

Backpackers Villa mit Erweiterungsbau von 2009.

Markus Bach (Präsident Verein Backpackers Villa), Christoph Ammann (Regierungsrat), Marianne und David Bühler (Gastgeber Backpackers Villa) (Bilder: zVg)

David, am vergangenen Wochenende habt Ihr mit einem mehrtägigen Fest das 20-jährige Jubiläum der Backpackers Villa in Interlaken gefeiert. Wie sah Euer vielfältiges Programm aus?
Das Fest begann am Freitagabend. Wir hatten Geschäftspartner, Nachbarn und Behörden eingeladen. Rund 130 Personen haben mit uns den wunderschönen Abend verbracht. Am Samstag hatten wir die ordentliche Generalversammlung des Vereins Villa Sonnenhof. Von den rund 100 Mitgliedern waren 30 anwesend. Die waren nach der GV noch zum Mittagessen eingeladen. Am Nachmittag hatten wir einen Tag der offenen Tür und ein Kinderfest. Rund 200 Personen haben daran teilgenommen. Für das Kinderprogramm konnten wir mit der örtlichen Jungschar zusammenarbeiten: Die Jungschar Rammbock hatte in unserem Haus sechs Posten eingerichtet – mit Riesenmemory, Geschichten erzählen, Geschicklichkeitsparcour und Foto-OL und anderem. Wenn die Kinder vier oder mehr dieser Posten absolviert haben, konnten sie an einem Wettbewerb teilnehmen. 53 Kinder haben diese Wettbewerbskarte ausgefüllt.
Im Haus selbst hatten wir offene Zimmertüren und haben unser Haus gezeigt. Besucher/innen aus der Bevölkerung sagten: «Wir sind schon so oft aussen an der Villa vorbei gelaufen – schön, dass wir nun auch einmal hereinschauen dürfen.»
Am Sonntag feierten wir zusammen mit der Evangelisch-methodistische Kirch (EMK) Interlaken im Festzelt einen Gottesdienst. Zum Mittagessen gab es einen Spaghetti-Plausch. Für den Nachmittag hatten wir ehemalige Mitarbeitende eingeladen. Von diesen kamen auch rund 40 Personen.


Was war für Dich das Highlight dieses Wochenendes?
Die Begegnungen mit den vielen unterschiedlichen Menschen und die grosse Wertschätzung, die uns dabei entgegenkam, waren das Highlight für mich. So hat zum Beispiel am Sonntag beim Mittagessen der Gemeindepräsident von Interlaken ein Grusswort gehalten. Er hob hervor, dass wir uns nicht nur in der Backpackers Villa engagieren, sondern auch im Ort. Und dabei hat er auch zum Ausdruck gebracht, dass er die Ethik, die wir für uns formuliert haben, auch in der praktischen Umsetzung wahrnimmt. – Diese sehr vielfältigen Feedbacks, die wir an diesen Tagen erhielten, das war für mich das Highlight.


Ein Blick auf die Geschichte der Villa: Kannst Du einige wesentliche Meilensteine der Entwicklung skizzieren?
Der grosse Meilenstein am Anfang war, dass das Projekt «Villa» überhaupt zustande kam – und wir das mit dem Segen der Kirche angehen konnten. Wir haben uns von Anfang an als selbständiges Werk der EMK verstanden. Darum brauchten wir für die Backpackers Villa auch die Zustimmung der Kirche.
Entstanden ist die Villa aus dem Jugendwerk – und das zu einer Zeit, in der die Hotellerie in der EMK in grössten Schwierigkeiten steckte. Verständlich, dass die Verantwortlichen in der Kirche keine Freude daran hatten, dass die Jungen nun ausgerechnet wieder im Bereich Hotellerie einen Neuanfang machen wollten. Das brauchte viel Überzeugungsarbeit.
Im Betrieb selbst war dann der sehr grosse Meilenstein 2009. Damals konnten wir den Erweiterungsbau eröffnen und unsere Bettenkapazität auf 190 Betten mehr als verdoppeln. Einerseits konnten wir dadurch unser Angebot qualitativ verbessern und insere Gäste haben mehr Aufenthaltsmöglichkeiten erhalten. Andererseits konnten wir auch die Attraktivität der Arbeitsplätze erhöhen. Und schliesslich wurde der ganze Betrieb gegenüber vorher wirtschaftlicher: Jetzt können wir nachhaltig gute Resultate erzielen, die uns ermöglichen, immer wieder zu investieren.


Gehören zur Geschichte der Villa auch Krisenzeiten?
Erstaunlich ist, dass es kein einziges Jahr gab, in dem die Belegungszahlen dramatisch eingebrochen wären. Eine Herausforderung war allerdings 2001 nach den Anschlägen in New York. Danach hatten wir einen starken Einbruch bei den Gästen aus den USA. Bis dahin kamen mehr als die Hälfte unserer Gäste von dort. In Interlaken haben wir jedoch davon profitiert, dass Gäste aus dem asiatischen Raum Interlaken entdeckt haben. Die haben die entstandene Lücke rasch ausgefüllt.
Ein anderer Moment, bei dem mir das Herz in die Hosentasche rutschte, war 2008: Der Erweiterungsbau hatte eben begonnen. Das bedeutete finanziell eine grosse Investition von rund 5 Millionen Franken. Doch kurz nach dem Spatenstich kam es zur globalen Finanzkrise. Wer würde es sich nach diesem Crash noch leisten, nach Interlaken zu reisen? Hätten wir damals nicht bereits mit dem Bau begonnen gehabt, hätte ich eher noch einmal abgewartet. Im Nachhinein muss ich sagen: Es war gut, dass es gar nicht mehr möglich war, diesen Entscheid rückgängig zu machen. Denn nachher lief es wider Erwarten sehr gut.
Alles in allem kann ich sagen: Wir hatten nicht sieben «fette» Jahre und dann sieben «magere» Jahre, sondern wir hatten 20 «fette» Jahre – das ist unglaublich.


Wo liegen in der näheren Zukunft Deiner Meinung nach die grössten Herausforderungen für Euer Hostel?
Im Moment ist es so, dass das Angebot in Interlaken enorm wächst. Hier ist fast so etwas wie eine Goldgräberstimmung ausgebrochen. Auf Airbnb finden sich über 300 Angebote für Übernachtungen in Interlaken. Es entstehen zudem laufend neue Betriebe, die sich «Hostel» nennen. Im Moment gibt es also eine starke Vergrösserung des Angebot. Daraus ergibt sich die Aufgabe, sich noch klarer zu profilieren und eine hohe Qualität zu sichern, damit wir in diesem Markt einen Unterschied machen und uns abheben können.


Was gibt Dir die Zuversicht, dass Ihr mit dieser Herausforderung gut werdet umgehen können?
Schon immer hatten wir viel Konkurrenz. Zu keiner Zeit waren wir die einzige Herberge. So war es zum Beispiel vor fünf Jahren eine grosse Herausforderung, als die Schweizer Jugendherbergen direkt beim Bahnhof Interlaken Ost einen neuen modernen Betrieb aufgebaut haben mit 210 Betten – also noch etwas grösser als wir. Erstaunlicherweise gab es bei unseren Belegungszahlen keinen Rückgang. Während drei Jahren gab es lediglich eine Stagnation. Danach hat sich das ganze wieder eingependelt und die Zahlen sind weiter gestiegen.
Es ist uns also schon immer gelungen, dass wir uns gut positionieren konnten. Dazu kommt, dass wir einfach an einem unglaublich schönen Ort sind. Und gerade in den neuen Märkten, in Asien oder in arabischen Ländern, ist es ein grosser Wunsch, einmal nach Interlaken zu reisen.


Ihr hattet, um es mit Deinen Worten zu sagen, 20 «fette» Jahre – eine spannende Erfolgsgeschichte. Gibt es Deiner Meinung nach etwas, was die Kirche, was die EMK von Eurer Arbeit in diesen 20 Jahren lernen kann?
Bei unserer Arbeit fragen wir uns immer: Was braucht unser Gast? Welche Bedürfnisse und Anliegen hat er oder sie? Wir richten uns also konsequent auf den aus, der zu uns kommt, oder auch von dem wir wollen, dass er zu uns kommt. Als Kirche fragen wir uns meist viel stärker: Was ist denn für uns wichtig und richtig, die wir schon lange hier sind? Stattdessen die in den Fokus zu rücken, von denen wir wünschen, dass sie kommen – ich denke, an dieser Stelle könnte die Kirche schon etwas lernen. Da gibt es einige Parallelen.

 

Weitere Informationen

Das Hostel hat zum Jubiläum eine Broschüre gestaltet mit wichtigen Informationen zur Backpackers Villa und ihrer Geschichte.

Pro Logiernacht spendet die Backpackers Villa in ihrem Jubiläumsjahr 1.- Franken an gemeinnützige Projekte. Auf der Webseite werden die Projekte und die Beträge aufgelistet.


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