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Singen

"Wenn Methodisten singen, dann räkeln sie sich nicht oder sitzen dabei in ungehöriger Haltung. Sie singen nicht schleppend und sich mühsam die einzelnen Worte abringend. Sie stehen vielmehr vor Gott und preisen ihn fröhlich und guten Mutes."

John Wesley (1703 - 1791)

Donnerstag 05. April 2018 06:30Alter: 198 days
/ Kategorie: Aus den Gemeinden

«Es ist an der Zeit, auf sozialen Geiz hinzuweisen»: Pfarrer Moll lebte von 9 Stutz am Tag

40 Tage lang haben der Methodistenpfarrer Stefan Moll und seine Frau Christine in Baden von je 9 Stutz pro Tag für Nahrungsmittel und den täglichen Bedarf gelebt - wie das Asylsuchende im Aargau neu auch müssen. An Ostern endete diese besondere Fastenzeit. Ein Rückblick.

Auch in den Bussen war Werbung zu der Aktion von Ehepaar Moll zu sehen.

Mit 9 Franken pro Tag leben, 40 Tage lang: Was war für euch in dieser Zeit am Schwierigsten?
Ohne Schokolade oder Fleisch zu leben, ist nicht so schwer. Aber richtig schwierig war, soziale Kontakte wahrzunehmen. So konnten wir nicht zu Freunden gehen, weil wir kein Geld für das Billet hatten (Asylsuchenden können unsere Gottesdienste nur besuchen, wenn sie zu Fuss kommen können).
Weiter haben wir gelernt, wie sehr die Kürzungen der Tagesgelder für Asylsuchende mit der Botschaft verbunden ist: «Wir wollen euch nicht.» Unser Ziel ist Inklusion aller. Die kaltherzige Ablehnung von Menschen ist für uns Methodisten unerträglich.
Während der Fastenzeit 2018 hat sich das soziale Klima verschärft. Es sind weitere Einschnitte geplant (vgl. etwa diesen Vorstoss bürgerlicher Parteien im Kanton Aargau). Dieser Geiz und die daraus folgende menschlich-soziale Kälte schmerzen sehr: Das auszuhalten ist am schwierigsten.


Welche Schlussfolgerungen zieht ihr aus euren Erfahrungen?
Man kann denjenigen besser verstehen, in dessen Schuhen man 40 Tage gegangen ist. Wir haben in dieser Zeit viel von Asylsuchenden und auch von Schweizern in finanziellen Nöten gelernt. Daneben haben wir ordentlich Staub aufgewirbelt in den Medien. Es ist an der Zeit, auf sozialen Geiz hinzuweisen. Die Schlussfolgerung: Methodist/innen können aufstehen und in der Gesellschaft etwas bewegen. Allerdings müssten sie das gemeinsam tun.


Fasten ist eine geistliche Übung. Was hat eure Aktion mit (methodistischer) Spiritualität zu tun?
Wir brauchen Fastenzeiten, um zu lernen. Trotz aller Einschränkungen hatten wir immer mal wieder Besuch. Es ist eine wichtige Übung, keine Angst zu haben und zu vertrauen, dass genug für alle da ist. Tatsächlich hat es immer gereicht. Im Fremden oder in (finanziell) bedrängten Menschen begegnet uns Gott. Wie wir durch unsere Fastenaktion näher an Asylsuchende herangerückt sind, ist auch die Barmherzigkeit Gottes für uns wichtig geworden. Liebe zu Gott und Nächstenliebe lassen sich nicht trennen; Worship und echte Anteilnahme sind zwei Seiten derselben Medaille.

 

SF / Stefan u. Christine Moll

 

Mehr in den Medien:

Rückblick bei TeleM1

Beitrag bei NAU

Beitrag bei Radio Argovia

Beitrag der Aargauer Zeitung

Beitrag bei livenet


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