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Verstand, Leidenschaft

"Wenn Menschen sich mehr von ihren Leidenschaften als von ihrem Verstand bestimmen lassen, ist wenig Gutes von ihnen zu erwarten."

John Wesley (1703 - 1791)

Mittwoch 27. September 2017 20:57Alter: 20 days
/ Kategorie: Europa

Wählen gehen

Während Medien die Ergebnisse der diesjährigen Bundestagswahl zu deuten versuchten und Politikerinnen und Politiker über mögliche Koalitionen nachdachten, meldete sich Barry Sloan, ein in Deutschland tätiger Pastor aus Nordirland, zu Wort. Ganz anders, als es andere Personen machten. Aber mit einer so einfachen wie überraschenden Botschaft: Gewählt wird nicht nur, wenn gewählt wird.

Barry Sloan, Pastor, Autor, Pilger, Visionär - und Wähler

Barry Sloan wurde 1965 in Nordirland geboren. Nach einer technischen Ausbildung und Tätigkeit studierte er Theologie und wurde Pastor der Methodist Church of Ireland. 1998 kam er nach Deutschland und arbeitete während 13 Jahren als Pastor einer EMK-Gemeinde in Chemnitz. Zwar wurde er 2012 ins Evangelisationswerk der EMK in Deutschland berufen und hinterlässt seither direkt und indirekt bis weit über die Grenzen seiner zweiten Heimat hinaus wertvolle Spuren. Aber er ist auch heute noch im Chemnitz tätig, wo er sich zusammen mit seiner Frau und weiteren Personen für die Neubelebung eines Stadtviertels engagiert. Daneben bezeichnet er sich als «lebenslanger Pilger», und auch das Buch, das er geschrieben hat, widmet sich diesem Thema («Pilgern auf Irisch»).

 

In all diesen Engagements zeigt sich eine ehrliche und glaubwürdige Nähe zu den Menschen. Und diese Nähe ist es auch, diese Verwurzelung im realen Leben, die seine Worte über das Wählen prägen. Worte, die es verdienen, gehört zu werden, auch wenn keine Bundestags- oder andere Wahl ansteht.

 

«Gestern habe ich gewählt. Nicht bei der Bundestagswahl. Ich bin kein deutscher Bürger und darf hier nicht wählen. Aber ich habe gestern trotzdem gewählt. Ich werde es auch heute tun. Und mit Gottes Gnade auch morgen und übermorgen. Jeden Tag wähle ich. Bewusst. Oder unbewusst. Jeder Tag ist Wahltag. Ich kann Hass wählen. Oder Liebe. Grosszügigkeit oder Gier. Beleidigen oder Segnen. Schubladendenken oder Offenheit. Rechthaberei oder Demut. Ungeduld oder Geduld. Ausgrenzen oder Einschliessen. Bitterkeit oder Vergebung. Egoismus oder Gemeinwohl. Aufbauen oder Fertigmachen. Resignation oder Hoffnung. Wut oder Gebet. 
Wie wir im Alltag wählen, prägt und formt unsere Gesellschaft – und, ja, auch die Politik. Wir sind das Volk. Lasst uns heute wählen gehen.»

 

Quelle: Pastor Barry Sloan, EMK Deutschland / Urs Schweizer, Assistent des Bischofs Patrick Streiff


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