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Typisch methodistisch

"Einigkeit und Heiligkeit sind die beiden Dinge, die ich bei den Methodisten finden möchte."

John Wesley (1703 - 1791)

Mittwoch 01. November 2017 05:04Alter: 22 days
/ Kategorie: Weltweit

Was der Anbau von Reis mit Pfarrergehältern zu tun hat

Zwar ist ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung Liberias landwirtschaftlich tätig – trotzdem muss rund die Hälfte der Grundnahrungsmittel aus dem Ausland importiert werden. Das hängt zum Beispiel damit zusammen, dass die Ernteerträge gering ausfallen, weil vielen Bauern wichtige Erkenntnisse in Bezug auf die Bodenbewirtschaftung oder die Fruchtfolge nicht bekannt sind. Andererseits sind nur 6% der Strassen des Landes asphaltiert, was den Bauern verunmöglicht, ihre Agrarprodukte auf ertragreichere Märkte zu bringen.

Produktion von Reis-Saatgut auf der Gbarnga Missions-Station

Samuel J. Quire Jr. hatte als Assistent der methodistischen Bischöfe John G. Innis und Arthur F. Kulah gearbeitet. Dann wurde er selber zum Bischof gewählt und trat Anfang 2017 seine verantwortungsvolle Aufgabe an. Er entwickelte die Vision einer lebendigen, geistlich wachen und evangelistisch tätigen Kirche – und einer Kirche, die sich in einem zunehmenden Mass selber trägt. Eine seiner ersten Handlungen als Bischof galt deshalb dem Programm der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) für ländliche und landwirtschaftliche Entwicklung. Dieses Programm hat die Bauern in den ländlichsten Gebieten Liberias im Fokus und besteht aus zwei Teilen: Einerseits soll dank einer kommerziell ausgerichteten landwirtschaftlichen Entwicklung ein Einkommen für die Gehälterzahlungen der Pfarrerinnen und Pfarrer sowie für die Kosten der Konferenz erwirtschaftet werden. Andererseits sollen Einzelpersonen, Gemeinden und Distrikte in Bezug auf die neuesten landwirtschaftlichen Erkenntnisse geschult werden. Das Ziel besteht darin, bis im Jahr 2029 ein Landwirtschaftsprogramm zu haben, dessen Erträge jene der Zeit vor dem Bürgerkrieg in den Neunziger Jahren übersteigt, und durch das nicht nur Einkünfte erwirtschaftet werden, sondern eben auch die ganze Konferenz in ihrem Zeugnis und Dienst gefördert wird.

 

Auf diesem Hintergrund sind auch Aktivitäten der Gbarnga Missions-Station zu sehen. Kurz nachdem Bischof Quire seine Vision vorgestellt hatte, begannen die Verantwortlichen, Reissorten zu testen, um herauszufinden, welche für die Menschen am wertvollsten wären. Durch die geleistete Vorarbeit können nun die meisten Bauern der Region mit Saatgut versorgt werden. Da es sich um ertragreiche Sorten handelt, soll der von der Gbarnga Missions-Station kommende Reis einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit Liberias leisten. Auch auf der Missionsstation selber wird weiterhin Reis angebaut – verbunden mit der Hoffnung, dreimal jährlich ernten und sich somit selber versorgen zu können.

 

Weitere Projekte zur Steigerung der Eigenfinanzierung sind die Schaffung von Mietwohnungen und die Gewährung von Mikro-Krediten – beispielsweise für Seifenherstellung oder Weberei-Betriebe. Bischof Quires Ehefrau Richlain engagiert sich dafür, dass Ehefrauen ländlicher Pfarrer entsprechende handwerkliche Fähigkeiten entwickeln können.

 

«All dies ist Evangelisation», betont Bischof Quire. «Wir können nicht einfach am Sonntagmorgen darauf warten, dass die Menschen an die Tür unserer Kirche klopfen. Wir müssen dorthin gehen, wo die Menschen sind.»

 

Quelle: United Methodist News Service


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