Sie befinden sich hier: Startseite / News und Publikationen / News
suche

Gott dienen

"Wer wollte in unserer Zeit für einen geringeren Zweck leben als Gott zu dienen?"

John Wesley (1703 - 1791)

Mittwoch 07. Juni 2017 05:30Alter: 223 days
/ Kategorie: Weltweit

Politik hinterfragen, die der Umwelt schadet

Die Bischöfinnen und Bischöfe der EMK bitten den US-Präsidenten Donald Trump, den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen zu überdenken.

Bischof Bruce R. Ough, Vorsitzender des internationalen Bischofsrats der EMK

In einer Erklärung vom vergangenen Freitag kommentierte der Vorsitzende des internationalen Bischofsrats der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), Bischof Bruce R. Ough, den Rückzug der Vereinigten Staaten von Amerika aus dem Pariser Klimaabkommen. Die Entscheidung von Präsident Trump sei «entmutigend» und würde «den Zustand unseres Planeten weiter verschlimmern, der durch Überkonsum und Ressourcenverschwendung schon jetzt schwer getroffen ist». Ausserdem würde diese Entscheidung die USA «von bedeutenden und notwendigen Gesprächen und Verhandlungen zum Klima und Energieverbrauch abkoppeln».

 

Der Bischofsratsvorsitzende forderte Präsident Trump auf, «sich den Massnahmen von fast 200 Ländern wieder anzuschliessen, die sich freiwillig zur Reduktion von CO2-Emissionen bereiterklärt haben». Mit Verweis auf die «Sozialen Grundsätze» der EMK betonte Ough, dass die EMK «die Bemühungen aller Regierungen, die Reduktion von Treibhausgasemissionen gesetzlich festzuschreiben» unterstützten. Deshalb fordere die EMK schon lange Massnahmen, die sich mit der gegenwärtigen und zunehmenden Gefahr des Klimawandels befassten. Schon im Jahr 2009 hatte der Bischofsrat die Erklärung «Gottes erneuerte Schöpfung. Ein Aufruf zum Hoffen und Handeln» veröffentlicht und sich darin verpflichtet, in hoffnungsvoller Weise zum Schutz der Umwelt beizutragen. In der aktuellen Erklärung weisen die Bischöfinnen und Bischöfe besonders darauf hin, dass viele Menschen der weltweiten EMK in Küstengebieten leben, die bereits jetzt von den Auswirkungen des Klimawandels in besonderer Weise betroffen sind, obwohl sie «für die Luftverschmutzung am wenigsten verantwortlich sind».

 

Deshalb werde sich die EMK weiterhin «für eine Politik starkmachen, die in Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit wurzelt», und «diejenigen hinterfragen, deren Politik und Praxis die Armen vernachlässigt, die Schwachen ausbeutet und der Umwelt schadet».

 

Quelle: Pastor Klaus Ulrich Ruof, EmK in Deutschland

 

 

Die vollständige Erklärung zur Entscheidung Präsident Trumps über den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen:

 

WASHINGTON, D.C. (2. Juni 2017) – Die Entscheidung Präsident Donald Trumps, aufgrund derer sich die Vereinigten Staaten von Amerika aus dem Pariser Klimaabkommen zurückziehen, ist nicht nur entmutigend, sondern führt Gottes Schöpfung in eine noch tiefere Krise. Als Bischöfinnen und Bischöfe der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) veröffentlichen wir daher diese Stellungnahme zum Schutz der Schöpfung. Es liegt in unserer Verantwortung, mit der Welt, auf der wir leben, sorgsam umzugehen – mit diesem schönen Geschenk Gottes, des Schöpfers aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge.

 

Psalm 115 erinnert uns daran: «Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.» (Vers 16) Es muss deutlich gesagt werden: Wir Menschen haben Gottes herrliche Gabe bis zur Zerstörung missbraucht. Wir glauben, dass Gott uns allen die Sorge für diese Welt anvertraut hat. Deshalb können wir nicht schweigen, wenn durch Nachlässigkeit, Egoismus und Stolz diesem Planeten weiterer Schaden droht.

 

Die Entscheidung Präsident Trumps macht uns traurig, und wir fordern die US-Führung auf, sie zu überdenken. Wir sind der Meinung, dass diese Entscheidung, wenn sie nicht überdacht wird, den Zustand unseres Planeten weiter verschlimmern wird, der durch Überkonsum und Ressourcenverschwendung schon jetzt schwer getroffen ist. Ausserdem wird diese Entscheidung die USA von bedeutenden und notwendigen Gesprächen und Verhandlungen zum Klima und Energieverbrauch abkoppeln.

 

Wir fordern Präsident Trump dringend auf, sich den Massnahmen von fast 200 Ländern wieder anzuschliessen, die sich freiwillig zur Reduktion von CO2-Emissionen bereiterklärt haben.

 

Als Menschen der Evangelisch-methodistischen Kirche unterstützen wir schon lange Massnahmen, die sich mit der gegenwärtigen und zunehmenden Gefahr des Klimawandels befassen. Unsere Sozialen Grundsätze stellen fest: «Wir unterstützen deshalb die Bemühungen aller Regierungen, die Reduktion von Treibhausgasemissionen gesetzlich festzuschreiben.»

 

Als Christinnen und Christen müssen wir mit unseren Nachbarn auf der ganzen Welt zusammenstehen, um sowohl die Auswirkungen als auch die Ursachen des Klimawandels zu bewältigen. Die Bibel macht uns deutlich: «Das Land verdorrt und verwelkt, der Erdkreis verschmachtet und verwelkt, die Höchsten des Volks auf Erden verschmachten. Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie übertreten das Gesetz und ändern die Gebote und brechen den ewigen Bund.» (Jesaja 24,4-5)

 

Wir sind sehr besorgt, weil viele Glieder unserer weltweiten Kirche in Küstengebieten leben, die vom Klimawandel besonders gefährdet sind. Wir erkennen, dass die ganze Schöpfung «seufzt und sich ängstet» (Römer 8,22), wenn wir die negativen Auswirkungen des globalen Klimawandels wahrnehmen. Von diesen Auswirkungen sind in einem unverhältnismässig grossen Ausmass Menschen und Nationen betroffen, die für die Luftverschmutzung am wenigsten verantwortlich sind. »Wir unterstützen deshalb die Bemühungen aller Regierungen, die Reduktion von Treibhausgasemissionen gesetzlich festzuschreiben, und rufen alle Einzelpersonen, Kirchengemeinden, Dienstleistungsunternehmen, die Industrie und politischen Gemeinden dazu auf, ihre Emissionen zu reduzieren.« (Soziale Grundsätze der EMK)

 

Die Evangelisch-methodistische Kirche wird nicht aufhören, eine mutige Führung einzufordern, und sie wird sich für eine Politik starkmachen, die in Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit wurzelt. Zusammen mit anderen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Führungspersönlichkeiten fordern wir eine umfassende Strategie, um dem Klimawandel zu begegnen. Indem wir uns um Gottes Menschen und Gottes Planeten sorgen, bieten wir uns selbst als Werkzeuge für Gottes erneuernden Geist an, die soziale und ökologische Heiligung anmahnen. Wir tun dies, indem wir diejenigen hinterfragen, deren Politik und Praxis die Armen vernachlässigt, die Schwachen ausbeutet und der Umwelt schadet.

 

Bishop Bruce R. Ough

Präsident des internationalen Bischofsrats der Evangelisch-methodistischen Kirche


RSS NEWS FEED

Hier können Sie den
RSS News Feed
der EMK abonnieren

Wie geht das?

United Methodist Church