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Toleranz

"Wir denken und lassen denken und bestehen nur auf einem: dem Glauben, der durch die Liebe tätig ist."

John Wesley (1703 - 1791)

Dienstag 25. Juli 2017 06:44Alter: 85 days
/ Kategorie: Schweiz, Aus den Gemeinden

Abschied in Spiez und Neuanfang in Oey

„Ein letzter Gottesdienst zum Abschied“ titelte der „Berner Oberländer“ am 27. Juni 2017 und berichtete ausführlich darüber, wie die EMK Spiez-Oey ihren letzten Gottesdienst in der Matthäuskirche in Spiez feierte. Nur ganz am Rand wurde dabei erwähnt, dass die EMK in Oey in einer neuen Form weitergeht.

Abschiedsgottesdienst in Spiez

Kapelle in Oey

Längst vor dem Abschluss der kirchlichen Arbeit in Spiez hatte die EMK Spiez-Oey ihrer Zukunft ins Auge geblickt. An einer Retraite im Januar 2015 entschied der Bezirksvorstand, die Arbeit der Kirchgemeinden neu auszurichten, und entwickelte dafür erste Ideen. Während die 25-köpfige EMK-Gemeinde in Spiez stark von Senioren geprägt war, ist die nur leicht grössere Kirchgemeinde in Oey altersdurchmischt. Im Gegensatz zu Spiez gibt es an diesem Ort ausser der Reformierten keine weiteren Kirchen.

 

Zweijähriger Team-Prozess

 

Mit diesen Prämissen stieg ein Team von EMK-Mitgliedern und –Freunden nach der Retraite mit Annarös Nussbaumer als Coach in einen Prozess nach SLI-Prinzipien ein. Diese werden mit den drei Stichworten „lieben – lernen – leiten“ (L3) umschrieben und weltweit in vielen Gemeinden der EMK angewendet. „Bis im Frühling 2017 trafen wir uns an 19 (Halb-)Tagen, lobten miteinander Gott, teilten Himmelreichsmomente, hörten aufeinander, kommunizierten miteinander und gingen wertschätzend aufeinander ein“, berichtet Andreas Steiner. Weiter arbeitete das Team an den Werten, der Mission und der Vision der EMK in Oey. In dieser Zeit fanden ebenfalls Gespräche mit der ganzen EMK-Gemeinde statt.

Im ersten halben Jahr 2017 wurden erste Projekte „erprobt“. So fand im Januar ein „Wüstenmonat“ ohne Gottesdienstangebot statt. Stattdessen waren die EMK-Glieder gebeten, im Blick auf die Zukunft der EMK Spiez-Oey „auf Gott zu hören“.

 

Neue Gefässe „ausserhalb der Kirchenmauern“

 

Seit anfangs dieses Monats lebt die EMK Oey nun „eine neue Gemeinschaftsform“, wie Andreas Steiner diesen Frühling in seinem Bericht an die EMK-Bezirksversammlung schrieb. Diese basiert nach der Apostelgeschichte in der Bibel auf den fünf Elementen Gemeinschaft, Unterweisung, Brot Brechen, Beten und Gott Loben. Zur Ermutigung, Ausrüstung und Sendung der EMK-Glieder dient das „Läbesfescht“, ein Gottesdienst in der Kapelle in Oey, der einmal monatlich stattfindet. Dazwischen gibt es weitere Gottesdienste „ausserhalb unserer eigenen Mauern“ – zum Beispiel an einer Quelle, an einem Wanderweg oder auf einem Bauernhof, wie Andreas Steiner erläutert. Sie sollen auf Menschen ausserhalb der EMK ausgerichtet sein. Ein weiteres Gefäss sind die „Läbeszälle“, die sich als Kleingruppen bei Gemeindegliedern zuhause treffen und über ihren Kreis hinaus Beziehungen zu ihrem Umfeld pflegen. Auch thematische und altersmässig zusammengesetzte Gruppen sind dabei möglich.

 

Das Leitungsteam der Kirchgemeinde freut sich, so Andreas Steiner, über „die Dynamik“ in Oey. Vieles sei möglich und solle nun ermutigt durch das Wort von Paulus an die Gemeinde in Ephesus ausprobiert werden: „Denn was wir sind, ist Gottes Werk; er hat uns durch Jesus Christus dazu geschaffen, das zu tun, was gut und richtig ist. Gott hat alles, was wir tun sollen, vorbereitet; an uns ist es nun, das Vorbereitete auszuführen.“ (Epheser 2,10). Bis 2021 hat der Vorstand der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika insgesamt 110‘000 Franken aus dem Projektkonto für die neue Gemeinschaftsform in Oey bewilligt. Mehrere Zehntausend Franken zusätzlich will die Kirchgemeinde jährlich selbst zusammenlegen.

 

Pfarrer Andreas Steiner wird nebst seiner Tätigkeit als EMK-Pfarrer im christlichen Hotel Kurhaus Grimmialp in seinem angestammten Beruf als Koch arbeiten. Dazu kommen sporadisch geistliche Angebote für Hotelgäste und Interessierte, die er anbieten wird.

 

Matthäuskirche in Spiez wird verkauft

 

In ein oder zwei Jahren soll die 118-jährige Kirche in Spiez verkauft werden. Sie war ursprünglich als Gotteshaus für die englischsprechenden Touristen von Spiezer Hoteliers erbaut worden und die letzten 40 Jahre im Besitz der EMK. Es gibt bereits Kaufinteressierte, vorerst muss aber mit einer Volksabstimmung eine Umzonung vorgenommen werden, weil die Kirche in einer Zone für öffentliche Nutzung liegt.

 

Autorin: Barbara Streit-Stettler


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