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Bibel und Glauben

"Ich kann nur immer wieder die Beobachtung wiederholen, in der mich meine Erfahrung mehr und mehr bestärkt, dass die, die der Bibel nicht glauben, allem möglichen Glauben schenken."

John Wesley (1703 - 1791)

Dienstag 22. August 2017 15:58Alter: 241 days
/ Kategorie: Aus den Gemeinden

Flick-Café gegen die Einsamkeit

Jeden zweiten Montagnachmittag öffnet das „Flick-Café“ in der Kapelle der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Muhen seine Türen. Menschen aus der Region können hier in „unkomplizierter Atmosphäre“ Kaffee trinken und ihre kaputten Haushaltutensilien flicken lassen.

Vielerorts sind in den letzten Jahren ehrenamtliche „Repair-Cafés“ entstanden. Statt etwas wegzuwerfen, bringen Menschen ihre Haushaltsgegenstände ins Repair-Café, wo sie von ehrenamtlich arbeitenden Fachleuten repariert werden. Auch in der EMK in Muhen bei Aarau stellen sich Gemeindeglieder und weitere Fachleute, die mit der EMK in Kontakt stehen, für Reparaturen zur Verfügung. Ein Schneider aus Syrien erteilt Näh- und Flickkurse, ein pensionierter Nähmaschinenmechaniker flickt Nähmaschinen, ein Velomechaniker repariert Velos und ein Schreiner setzt Möbelstücke wieder instand. Frauen kommen und flicken ihre eigenen Kleider an der Nähmaschine, die im Flick-Café zur Verfügung steht.

 

Mathilde Zybach gründete den Treffpunkt in Muhen vor rund drei Jahren als „Näh-Café“. Eine Fernsehsendung über ein Näh-Café in Paris brachte sie auf die Idee, Frauen aus der Region in die Kapelle einzuladen, um gemeinsam bei Kaffee und Kuchen zu handarbeiten und zu plaudern. Im Oktober 2016 habe man sich entschieden, den Namen zu ändern, so der Muhener EMK-Pfarrer Marco Briotti. Im damaligen Näh-Café habe man längst nicht mehr nur Textiles bearbeitet, sondern auch vieles anderes repariert.

 

Beim Flick-Café in Muhen stünde im Gegensatz zu den herkömmlichen Repair-Cafés nicht der ökologische Aspekt im Vordergrund, erklärt er: „Das Flick-Café ist in erster Linie ein sozialer Treffpunkt“. Durchschnittlich 20 Menschen, die meisten von ihnen im Seniorenalter, fänden jeweils am Montagnachmittag den Weg in die Kapelle in Muhen. „Im Tal gibt es viele einsame ältere Menschen.“ Diesen Menschen biete das Flick-Café Gemeinschaft an. Und Marco Briotti steht als Seelsorger zur Verfügung: „Mit einem Getränk kann man auch den Pfarrer bestellen, um bei ihm Belastendes loszuwerden“, sagt er.

 

Zwar existiert laut Marco Briotti ein Flyer über das Angebot, die Werbung dafür geschehe aber vor allem von Mund zu Mund. Die Besucherinnen und Besucher des Cafés kämen zum grössten Teil nicht aus der EMK. Allerdings sei es bisher nicht gelungen, diese auch für den christlichen Glauben bzw. für die EMK selbst zu interessieren, bedauert der Pfarrer.

 

Die EMK Muhen freut sich aber darüber, dass sie mit ihrem Flick-Café an der diesjährigen EMK-Konferenz in Zuchwil bei Solothurn den 3. Preis des Connexio-Projektwettbewerbs gewonnen hat. Die 1000 Franken Preisgeld will die EMK-Gemeinde folgerichtig in eine Abwaschmaschine für die Küche in der Kirche investieren.

 

Autorin: Barbara Streit-Stettler


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