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"Immer, wenn es Gott gefiel, auf Erden etwas Grosses zu tun, hat er mehr oder weniger den Pfad des Gewohnten verlassen."

John Wesley (1703 - 1791)

Mittwoch 12. September 2012 00:10Alter: 6 yrs
/ Kategorie: Weltweit

Joy Balazo: Von der Nonne zur internationalen Friedensvermittlerin

Der Weltrat methodistischer Kirchen zeichnet 2012 Joy Balazo mit seinem Friedenspreis aus. Die von den Philippinen stammende Australierin erhält ihn für ihre Friedensarbeit im pazifisch­-asiatischen Raum.

Balazo wurde als jüngstes Kind in eine grosse, wohlhabende Familie hineingeboren. In der Familie hätte Religion eine wichtige Rolle gespielt, erzählte sie in einem Interview mit einem Radiosender in Australien. Ihr Vater sei Bürgermeister ihrer Heimatstadt auf der südphilippinischen Insel Mindanao gewesen. Sie ging auf katholische Schulen und wurde dann Nonne. Als angehende Ordensschwester hatte sie unter anderem in einem Elendsviertel Manilas zu arbeiten. Sie merkte, wie sie in einen Zwiespalt kam: im Konvent der relative Luxus, den sie auch von zuhause gewöhnt war, und im Slum die armen Menschen, denen es fast an allem fehlte. «Ich dachte, das ist nicht mein Platz», so Balazo. Sie verliess den Konvent und studierte Psychologie. Zunächst arbeitete sie mit reichen Leuten. «Dann erschien mir Gott im Traum.» Das habe ihrem Leben eine andere Richtung gegeben. Seitdem arbeitet sie für den Frieden: zunächst bei der Ökumenischen Bewegung für Gerechtigkeit und Frieden auf den Philippinen, später während mehr als 20 Jahren bei einer Hilfsorganisation der Uniting Church in Australia (Unierte Kirche in Australien, mit grossem methodistischen Anteil). Der Präsident dieser Kirche, Pastor Prof. Andrew Dutney, begrüsste denn auch die Auszeichnung Balazos: «Dieser Preis ist eine phantastische Anerkennung der Arbeit von Joy Balazo als Streiterin für den Frieden.»

 

2001 gründete Balazo Young Ambassadors for Peace (YAP, Junge Botschafter für den Frieden). Sie oder Beauftragte führen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen verfeindeter Gruppen siebentägige Workshops durch. Die erste Phase gilt jeweils dem Kennenlernen. Da herrschen noch Misstrauen und Verschlossenheit. Anschliessend werden Spiele gemacht, bei denen die jungen Leute langsam «auftauen». Da geht es oft recht lustig zu, und es wird viel gelacht. Erst dann wird der Konflikt bearbeitet. Dazu werden unter anderem die Bedürfnisse und Befürchtungen aller am Konflikt Beteiligten notiert. Die jungen Leute tragen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse nach den Workshops in ihre Umgebung und sind so Botschafterinnen und Botschafter des Friedens. YAP-­Stationen gibt es im Osten Indonesiens, in Thailand für Myanmar sowie in Papua­Neuguinea. Dort führten die Workshops zu einem Friedensabkommen zwischen 32 Stämmen. Balazo arbeitete auch auf den Salomon­Inseln (Pazifik) und auf den Philippinen für Frieden und Versöhnung.

 

Joy Balazo verliess 2011 ihre Arbeitsstelle in Australien. Sie wolle sich in ihrer Heimat «die Hände schmutzig machen». Auf der Insel Mindanao gibt es seit Jahrzehnten bürgerkriegsähnliche Zustände zwischen Muslimen und Christen. 160’000 Menschen sind bisher umgekommen. Der Konflikt wird auch in eingeborene Bergvölker hineingetragen. Dort will Balazo jetzt vermitteln. Der Friedenspreis wird 2013 übergeben.

 

Quelle: Reinhold Parrinello/www.emk.de


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