Sie befinden sich hier: Startseite / News und Publikationen / News
suche

Reden, Schweigen

"Ich habe kaum je bereut, zu wenig gesagt zu haben, aber häufig, zu viel."

John Wesley (1703 - 1791)

Samstag 19. Mai 2012 21:59Alter: 1 yrs
/ Rubrik: Europa

Slowakische Republik: Jährliche Konferenz CZ/SK tagt in Michalovce

 

Unter dem Vorsitz von Bischof Patrick Streiff fand vom 11. bis 13. Mai 2012 in Michalovce die diesjährige Tagung der Jährlichen Konferenz der EMK in der Tschechischen und der Slowakischen Republik statt.

Jiri Bassano, einer der EMK-Pastoren im Osten der Slowakischen Republik

Als sich die Tschechoslowakei 1993 in diese zwei Staaten aufgeteilt hatte, war die EMK als Jährliche Konferenz zusammen geblieben, allerdings in zwei rechtlich getrennten Distrikten. Mit dem Tagungsort Michalovce kam die Jährliche Konferenz nun zum ersten Mal bis in den äussersten Teil der Ost-Slowakei, wo sich im Grenzgebiet zur Ukraine mehrere EMK-Gemeinden befinden.

 

«Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus.» In der Eröffnungs-Predigt fragte Bischof Streiff, was diese Aussage aus 1. Korinther 3,11 für uns heute bedeutete. Es sei entscheidend, dass wir auf solidem Grund aufbauten. Nicht wir legten den Grund, sondern Gott hätte ihn in Christus gelegt. Wenn wir als Mitarbeiter Gottes auch einen eigenen Beitrag zum Aufbau leisteten, so bliebe doch die Grundlage entscheidend. Auch wenn wir uns noch so sehr eingesetzt hätten, sollten wir unser Werk auch loslassen können – im Bewusstsein, dass auf dem gleichen Grund Verschiedenes wachsen könne. Und dass Verschiedenes nebeneinander Platz hätte. Gott würde entscheiden, was von unserem Werk taugen würde.

 

Die EMK ist in der Tschechischen und der Slowakischen Republik klein. Doch dort, wo es Gemeinden hat, zählt ihr Beitrag. In der Sitzung der Laien wurden die Mitglieder aufgefordert, sich zu fragen, was in ihrer Stadt fehlen würde, wenn es die EMK nicht mehr gäbe. Dabei wurde deutlich: Es zählt nicht nur die Verkündigung in Gottesdiensten. Die Kirche kümmert sich auch um die benachteiligte Bevölkerungsgruppe der Roma. Sie arbeitet mit Müttern und Kindern, mit Studierenden, mit Drogenabhängigen. Natürlich ist ihr Tun oft nicht mehr als ein Tropfen auf einen heissen Stein. Aber für die einzelnen Menschen ist dieser Dienst entscheidend.

 

Die Berichte der Distriktsvorsteher gaben einen guten Überblick über das, was die Gemeinden und ihre Mitglieder bewegt. Immer wieder kam zum Ausdruck, wie verschieden die Situation in den beiden Ländern ist, dass es sich aber auch lohnt, aufeinander zu hören, weil man so voneinander lernen kann.

 

Die Statistik zeigt erfreulicherweise in beiden Ländern ein leichtes Wachstum, und es kommt immer wieder zu Gemeindegründungen – die englischsprachige Gemeinde in Prag (Tschechische Republik) und die neue Gemeinde in Pezinok (Slowakische Republik) sind zwei Beispiele dafür. Auch die Möglichkeit, die Musikgruppen der Roma-Gemeinde in Slavkovce zu erleben und ihre Zeugnisse zu hören, bot einen Einblick in die Erweckung, die im Osten der Slowakischen Republik Menschen verändert.

 

Zum Schlussgottesdienst versammelten sich die Konferenzteilnehmer mit Gästen aus umliegenden Gemeinden in der reformierten Kirche der Stadt. Bischof Streiff fasste die Konferenz unter dem Motto «Being church together – gemeinsam Kirche sein» zusammen. Zusammen sind wir Leib Christi. Kein Teil des Leibes ist überflüssig. Nicht wir allein sind Kirche. Der Leib Christi umfasst viel mehr als unsere Kirche. Aber zusammen mit anderen sind wir Kirche. Und wenn wir wirklich zusammenrücken, sind wir stark. Nichts soll uns trennen: weder religiöse Trennung zwischen Juden und Heiden, noch wirtschaftliche Trennung zwischen Armen und Reichen, noch Trennung zwischen Männern und Frauen. In der Kirche verlieren diese Trennungen ihre Bedeutung. Wir sind alle eins in Christus. Dies ist die neue Realität des gemeinsamen Kircheseins.

 

Eindrücklich war, wie vor Schluss des Gottesdienstes alle Pfarrerinnen und Pfarrer einzeln nach vorne gerufen wurden, um dort eine Urkunde zu empfangen, welche ihren Auftrag für das kommende Konferenzjahr bescheinigt.

 

Quelle: Peter Baur, Interlaken / Sekretariat des Bischof Patrick Streiff, Zürich


United Methodist Church