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Schrift und Verstand

"Ich gründe alle meine Grundsätze auf die Heilige Schrift und auf den gesunden Menschenverstand."

John Wesley (1703 - 1791)

Dienstag 08. Mai 2012 16:54Alter: 1 yrs
/ Rubrik: Weltweit

Harry Potter trifft Gott

 

Gibt es Parallelen zwischen der weltbekannten Saga um den jungen Zauberer Harry Potter und dem christlichen Glauben? Der italienische methodistische Pfarrer Peter Ciaccio will in seinem Buch "Harry Potter trifft Gott", das soeben im "Neukirchener Aussaat"-Verlag erschienen ist, christliche Wurzeln für die Potter-Welt Joanne K. Rowlings gefunden haben.

"Vorherbestimmung und Erwählung, Mut, Angst und Vertrauen, Schuld und Vergebung, Umgang mit Reichtum und Macht, die Fragen von Gut und Böse, Tod und Leben." Das sind die christlichen Themen, auf die Ciaccio in zwölf Kapiteln eingeht. Der durchaus lesenswerte Versuch, Christen ein schlechtes Gewissen zu nehmen, wenn sie wie viele Millionen Menschen weltweit in der Zauberwelt der britischen Bestsellerautorin versinken, umfasst gerade einmal 125 Seiten.

Die Potter-Bücher seien eine Entdeckungsreise in unsere christliche Kultur und Literatur, stellt Thomas Gandow, ehemaliger Pfarrer für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, im Vorwort fest. Das mehrteilige Werk von Joanne K. Rowling sei keineswegs eine Werbung für Okkultismus, wie manche Christen behaupteten. "Auch Theologen, Religionslehrer, sowie Pastoren werden von Peter Ciaccio aus der Reserve gelockt", so Gandow. Denn wer offen mit Büchern wie "Harry Potter" umgehe, könne mit anderen Menschen besser über christliche Fragen ins Gespräch kommen.

 

Positive Grundhaltung gegenüber Harry Potter

Die Grundhaltung Ciaccios, eines methodistischen Pfarrers aus Italien, gegenüber dem Werk Rowlings ist durchweg positiv. Er möchte mit seiner Analyse allen Kritiken begegnen, die Christen über die Harry-Potter-Romane geäussert haben. Der Untertitel "Das Evangelium von Hogwarts" provoziert gewiss. Jedem Kapitel stellt Ciaccio zudem ein Zitat aus einem Potter-Band einem Bibelvers gegenüber – manchmal mehr, manchmal weniger passend.

Die Harry-Potter-Romane seien in erster Linie für Kinder geschrieben, aber auch Erwachsene identifizieren sich mit der Hauptfigur Harry Potter, schreibt Ciaccio. Harry sei ein gewöhnlicher Junge, der in Armut aufwächst und geplagt sei von Leid und Ungerechtigkeit. Ihm eröffnet sich eine neue Welt, als er erfährt, dass er ein Zauberer ist. Das Thema Berufung durchziehe die ganze Geschichte von Harry und seinen Freunden, ebenso Angst und Vertrauen sowie die Frage nach Gut und Böse, so Ciaccio. Mit dem Tod wird Harry vor allem am Ende konfrontiert, als er sich selbst als Opfer für seine Freunde und Mitstreiter hingibt. Die Parallele zu Jesus Christus sei offensichtlich, so der Italiener. Aber auch die Liebe von Harrys Mutter Lily vergleicht der Autor mit Gottes Liebe (Agape) zu uns. Am Ende überwindet Harry den Tod, indem er sich ihm stellt. Durch die Liebe seiner Mutter sei er überhaupt erst befähigt, ihr Vermächtnis zu erfüllen, nämlich das durch Lord Voldemort verkörperte Böse auszulöschen.

 

In einem Kommentar zur Rezension bei pro schreibt der bayrische Pfarrer der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), Alfred Mignon: "Dem Kollegen Ciaccio ist in seiner Beurteilung des Phänomens 'Harry Potter' grundsätzlich zuzustimmen. Schade, dass er sich nicht noch mehr als 125 Seiten 'Zeit für die Ausarbeitung' nehmen konnte."

Das Buch

Peter Ciaccio: "Harry Potter trifft Gott. Das Evangelium von Hogwarts", Neukirchener Aussaat-Verlag, 12,99 Euro, ISBN 978-3-7615-5914-7

Quelle: pro - Christliches Medienmagazin


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