Lebhafte Diskussion zur Strategie der EMK
Die Distriktsvorsteher (DV) stellten ihren Bericht am frühen Donnerstagabend der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich vor. Das anschliessende Gespräch mit den Delegierten machte deutlich: Die Gedanken und Anliegen, die die DV formuliert haben, werden von den Delegierten als Unterstützung erlebt.
Die Distriktsvorsteherin und die Distriktsvorsteher eröffneten ihren Bericht an die Jährliche Konferenz mit drei Fragen: Wie beherzt wollen wir als Kirche dort handeln, wo es um die von Gott geliebten Menschen geht? Wie beherzt führen wir Menschen in die Nachfolge Christi? Wie beherzt geben wir Gottes Liebe in Wort und Tat weiter? Dabei blieb klar: Niemand ist in der Lage, den Willen eines Menschen so umzugestalten, dass er ohne Weiteres in die Nachfolge Christi eintritt. Gerade deshalb ist beherztes Handeln vertrauensvolles und vertrauensschaffendes Handeln, weil Gott wirkt. Beherzt können wir handeln, weil wir im Vertrauen auf Jesus Christus das menschlich nicht Machbare mit viel Gelassenheit gestalten, auch wenn unsere personellen und finanziellen Ressourcen begrenzter geworden sind.
Neben Diensten wie dem sonntäglichen Gottesdienst oder der seelsorgerlichen Präsenz drängt sich dabei die Frage auf, wie wir als EMK in unserer Konferenz beherzt Neues wagen können. Oder haben sich die Methodistinnen und Methodisten so sehr an Begrenzungen gewöhnt, dass sie wie Flöhe in einem Video auch bei geöffnetem Deckel nicht aus dem Glas hinaus hüpfen?
Interessiert nimmt die Kirche in der Schweiz und Frankreich wahr, wie methodistische Bezirke in Grossbritannien mit kreativen Formen Menschen neu mit dem Evangelium erreichen: Sportstudios mit geistlichem Programm, Versammlungen in Kaffeeshops, Angebote für Randständige, Missionen in Wohnghettos sind Beispiele von neuen Ausdrucksformen von Kirche, sogenannten Fresh Expressions of Church. Die Gemeinde 3x3 der EMK hat in der Wildenau ein solches Projekt gestartet. In Bern ist die "Spielfalt" an das Gemeindegründungsprojekt Bern angegliedert.
Nicht alles gelingt. Es wird an nicht Machbarem gearbeitet. Es bleibt Gottes Mission. Daran wirken die Kirche und ihre Glieder mit.
Beherzt vermitteln zwischen der Welt und Jesus Christus
Die Voten der Delegierten betreffen vor allem zwei Aspekte: Wie können Menschen, die in ihrem beruflichen und familiären Alltag stark gefordert sind, motiviert werden, sich zu für das Anliegen zu engagieren, Menschen in die Nachfolge Jesu Christi zu führen? Menschen wollen in der Regel nicht einfach nur kirchliche Programme ausfüllen, sondern sich dort engagieren, wo sie Freude und Weiterentwicklung erleben. Wie also können wir Menschen stärken, in dem, was ihnen Freude macht, Gottes Liebe und Mission auszudrücken?
Im zweiten Gesprächsgang wird betont: Pfarrpersonen sind nicht für die Gemeinde da, sondern zusammen mit der Gemeinde für die Welt. Ein Pfarrer berichtet, wie sein Engagement in einem Verein seinen Zugang zur Verkündigung des Evangeliums verändert hat.
Statistische Zahlen leicht sinkend
Die Statistik 2011 weist für die einzelnen Gebiete der Jährlichen Konferenz leicht sinkende Zahlen auf. In der Schweiz gab es Ende 2011 6027 bekennende Kirchenglieder (-135 gegenüber 2010), 3609 Freunde (-69). Der durchschnittliche Gottesdienstbesuch der Erwachsenen betrug 4940 (-76), derjenige der Kinder 1083 (-45). Die Anzahl der Kirchgemeinden ging um vier auf 115 zurück.
Erstmals wurden die statistischen Werte der EMK in der Schweiz in eine Alterspyramide abgebildet: Die Zahl der Kinder steigt bis zum 14. Altersjahr an (über 300 Personen mit Alter 12 und 260 mit Alter 14). Dann nimmt die Zahl der Personen bis zum Alter 35 stark ab (ca. 60), bevor sie ab dann wieder auf ein mittleres Niveau ansteigt (190 bei Alter 50), und ab Alter 80 die Zahl wieder deutlich abnimmt. Junge Erwachsene vor der Familienphase sind in der EMK eine relativ kleine Gruppe.
Autor: Walter Wilhelm


