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"Beginne den Gottesdienst pünktlich und ziehe ihn nicht unnötig in die Länge. Geh in der Predigt auf die Fragen ein, die die Zuhörer bewegen. Entwickle deine Gedanken in guter, logischer Folge. Vermeide ausgefallene Wörter und Redewendungen, auch wenn sie gerade in Mode sind."

John Wesley (1703 - 1791)

Freitag 06. Juli 2012 10:54Alter: 321 days
/ Rubrik: Weltweit

Entdecker des „Wesley für die Armen“ gestorben

 

Im Alter von 88 Jahren ist der argentinische Methodist und ehemalige Präsident des Ökumenischen Rates der Kirchen, José Miguez Bonino, gestorben. Er habe den "Wesley für die Armen für uns neu entdeckt", sagt der pensionierte Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), Heinrich Bolleter, über den Verstorbenen.

José Miguez Bonino 2006 an der ÖRK-Vollversammlung in Porto Alegre (Brasilien)

José Miguez Bonino war Pfarrer der Methodistenkirche in Argentinien und Theologieprofessor, bevor er 1975 Präsident des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) wurde. Er gilt als einer der wichtigsten evangelischen Vertreter der südamerikanischen Befreiungstheologie. Bischof Heinrich Bolleter schreibt:„José Miguez Bonino hat meinen Blick für die Mission als Inkarnation des Evangeliums in das aktuelle politische und soziale Geschehen der Welt hinein neu geöffnet.“ Er habe als „herausragender Befreiungstheologe“ die Meinung vertreten, dass der Methodismus zur Zeit ihres Begründers John Wesley noch nicht fähig war, die sozialen Rahmenbedingungen der Klasse der Armen vollends aufzudecken. „Es bestand damals die Tendenz, dass diese Klasse lernen müsse, ihr Schicksal anzunehmen. So hatte der Methodismus geholfen, die arbeitende Klasse zu domestizieren und im damaligen England eine Revolution zu vermeiden“, erklärt der Bischof im Ruhestand die Denkweise des ehemaligen ÖRK-Präsidenten.

 

José Miguez Bonino habe den europäischen Methodisten in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts geholfen, die Lehre John Wesleys von der Heiligung durch die Augen eines Befreiungstheologen neu zu verstehen. Dabei sei es darum gegangen, Heiligung nicht nur als persönliche Heiligung zu praktizieren, sondern Heiligung stets auch als soziale Heiligung zu verstehen bis hin zum Gedanken die Gesellschaft mit ihren Strukturen und Spielregeln zu verändern. Nur so kann nach José Miguez Bonino das Evangelium den Armen gebracht werden.

 

Von Seiten des ÖRK hiess es in einer Würdigung José Miguez Boninos, dass er sich unermüdlich für die ökumenische Bewegung, die Menschenrechte und soziale Reformen eingesetzt habe. Er sei der einzige „lateinamerikanische Protestant“ gewesen, der an das Zweite Vatikanische Konzil eingeladen worden sei. In Argentinien war er an der Gründung der Ökumenischen Menschenrechtsbewegung (MEDH) beteiligt, die für eine Aufklärung des Schicksals der 30‘000 Desaparecidos (Verschwundenen) während der Militärdiktatur 1976–1983 kämpft.

Quelle: Bischof i.R. Heinrich Bolleter / WCC / Wikipedia


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