Europäischer Rat methodistischer Kirchen: Auf der Suche nach neuen Wegen
Noch unter dem Eindruck des abgesagten European Methodist Festivals traf sich der Europäische Rat methodistischer Kirchen vom 5. bis zum 8. August 2012 im polnischen Krakau.
Das Programm bei hochsommerlichen Temperaturen hätte nicht gegensätzlicher sein können. Auf der Tagesordnung standen die regulären Geschäfte des Rates. Der Generalsekretär des Weltrats methodistischer Kirchen, Bischof Ivan M. Abrahams, stellte Möglichkeiten methodistischer Zusammenarbeit vor. Bischof Patrick Streiff führte in die Geschichte der Juden in Europa ein. Am folgenden Tag besuchten die Mitglieder des Rates gemeinsam die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Und in unmittelbarer Nähe zum geplanten Festivalgelände wurde ausführlich über die Gründe diskutiert, die zur Absage des Festivals beigetragen hatten.
Besonders eindrücklich war der Besuch der KZ-Gedenkstätte. Für die Ratsmitglieder war es angesichts des notwendigen Tagesgeschäfts nicht einfach, sich angemessen auf die Begegnung mit dem entsetzlichen Tiefpunkt der Geschichte des letzten Jahrhunderts vorzubereiten. Durch Pastor Gunnar Wichers (Schweiz) erfuhr die Gruppe eine sensible und erfahrene Begleitung. Es wurde deutlich, dass die Geschichte des Judentums in Europa auch ein bedeutsamer Teil der Geschichte der Kirchen ist.
In der Geschäftssitzung wurde Christine Elliot (Grossbritannien) als Co-Vorsitzende, Pastor Armin Besserer (Deutschland) als Sekretär und Pastor i.R. Günter Winkmann (Deutschland) als Schatzmeister aus ihren Ämtern verabschiedet. Besserer und Winkmann traten nach 12-jähriger Amtszeit zurück. Elliot stand dem Rat seit 2009 in ausgezeichneter Weise vor. Neben Bischof Patrick Streiff, der noch bis 2013 als Co-Vorsitzender fungiert, wurde Donald Ker (Irland) als Elliots Nachfolger gewählt. Neue Sekretärin wurde Elaine Robinson (Grossbritannien). Matthias Lüken (Deutschland) wurde zum neuen Schatzmeister berufen.
Der Rat erörterte ausführlich die Gründe, die zur Absage des European Methodist Festival geführt hatten. Nach Potsdam (2003) und Bratislava (2007) hätte dieses Festival unmittelbar nach der Ratstagung in Krakau stattfinden und bis zu 1’000 Methodistinnen und Methodisten aus ganz Europa zusammenführen sollen. Es musste jedoch aufgrund zu geringer Anmeldezahlen abgesagt werden. Ein ganzes Mosaik von Gründen führte schliesslich zur grundsätzlichen Frage, ob der Rat mittelfristig nochmals ein solches Festival initiieren solle. Vielleicht müssen auch neue Wege gesucht werden, um die Beziehungen zwischen den Methodistinnen und Methodisten in Europa zu stärken und auch sichtbar werden zu lassen. Schliesslich ist es das in der Verfassung des Europäischen Rates methodistischer Kirchen festgeschriebene Ziel, ein stärkeres methodistisches Zeugnis in Europa zu entwickeln. Die Berichte aus den verschiedenen Kirchen und Ländern stärkten die Überzeugung, dass eine Vernetzung der Methodistinnen und Methodisten Europas für alle ein Gewinn sein kann. Generalsekretär Ivan M. Abrahams hatte diese Perspektive beschrieben. Nun gilt es die entsprechenden Wege zu entwickeln.
Quelle: Superintendent Stephan Ringeis / www.emk.de


