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Verstand, Leidenschaft

"Wenn Menschen sich mehr von ihren Leidenschaften als von ihrem Verstand bestimmen lassen, ist wenig Gutes von ihnen zu erwarten."

John Wesley (1703 - 1791)

Mittwoch 18. April 2012 21:26Alter: 1 yrs
/ Rubrik: Europa

Ungarn: Die Kirche steht gegründet allein auf Jesus Christ!

 

Rund 55 Mitglieder und Gäste trafen sich vom 11. bis 14. April 2012 in Szeged zur Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Ungarn.

Bence Vigh, neuer Pastor auf Probe der EMK in Ungarn

Das vergangene Jahr bot mit den schwierigen Fragen rund um die staatliche Anerkennung der EMK in Ungarn viele Gelegenheiten, das Jahresmotto «Freut euch in Hoffnung, bleibt standhaft in Bedrängnis, seid treu im Gebet!» (Römer 12, 12) zu bedenken – und zu leben. Diese Fragen und die Auseinandersetzung mit dem Jahresmotto waren auch in Szeged nochmals präsent. Die Dankbarkeit gegenüber Gott sowie gegenüber Kirchen und kirchlichen Organisation im In- und Ausland war und ist nach dem glücklichen Ausgang der vielfältigen Bemühungen gross. Aber gerade das neue Jahresmotto «Die Kirche steht gegründet allein auf Jesus Christ!» macht deutlich, dass das Fundament der EMK in Ungarn nicht deren staatliche Anerkennung ist. Die bewusste Fokussierung auf den wahren Grund der Kirche soll zur Frage führen, wie die Kirche mehr Energie mobilisieren kann, sich den Menschen ausserhalb ihrer Mauern zuzuwenden und ihre Gemeinden zu stärken.

 

Erfreulich ist die Tatsache, dass die Einnahmen aus den Gemeinden im letzten Jahr leicht gestiegen sind, und dass die Bezirke, die Schulden bei der Gesamtkirche hatten, diese fast vollständig abtragen konnten. Im kommenden Jahr soll die Umlage um 5% steigen; weil allerdings das Budget noch stärker anwachsen wird, resultiert unter dem Strich ein prozentualer Rückgang der Eigenfinanzierung.

 

Ebenfalls erfreulich ist die Aufnahme von Bence Vigh als Pastor auf Probe und von Kristof Sztupkai als Bewerber für das Predigtamt. Dass in der EMK Ungarn eine junge, fähige und schon jetzt sehr engagierte Generation an Leitungspersonen heranwächst, ist Grund zu Dankbarkeit und Zuversicht.

 

Die Jährliche Konferenz Schweiz-Frankreich hatte Pfarrerin i.R. Annemarie Studer als Delegierte an die Jährliche Konferenz Ungarn entsandt. Sie fasste ihre vielfältigen Eindrücke wie folgt zusammen:

 

«In den Berichten des Superintendenten, des Konferenzlaienführers und des Kirchenvorstandes wurde das vergangene Jahr festgehalten und das neue Konferenzjahr angedacht. Sie vermittelten mir als Gast einen ersten Überblick. Der Vortrag über die Konfirmation und die sich anschliessende Diskussion sowie die Berichterstattung über die Mission, die Roma-Konsultation, den Frauendienst, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Medien, die Kirchenmusik und die Arbeit der Ausschüsse ermöglichten mir weitere spannende Einblicke. Beeindruckend für mich war, dass jeder schriftliche oder mündliche Bericht und auch jede Diskussion in einen weiterweisenden oder in einen hoffenden Bibelvers einmündete. Jede auftauchende Schwierigkeit wurde Gott übergeben, alles Erhoffte oder auch Gelungene Jesus Christus verdankt. Ich fuhr mit der Empfindung nach Hause, an einer Glaubenskonferenz teilgenommen zu haben und nicht an einer Jährlichen Konferenz.

 

In den Pausen voller süsser Köstlichkeiten wurde das Berichtete durch die Erzählungen einiger Pastoren farbig und lebendig. Jede Woche wird z.B. zwei Mal an einer Treppe in einem der Bahnhöfe in Budapest den Obdachlosen gepredigt und anschliessend Suppe oder Brot verteilt. Mit nach Hause nehmen die Pastoren die aufleuchtenden Augen. Wesley predigte auch an öffentlichen Plätzen. Ihm war es wichtig, dass die Menschen Nahrung bekamen für den Leib und die Seele. Ihm war es ein Anliegen, den Menschen Arbeit zu verschaffen. Auch diese Ziele werden in Ungarn wahrgenommen.

 

Nach der Konferenz durfte ich am Sonntag eine Pastorin bei ihren vier Gottesdiensten begleiten. Der letzte Gottesdienst fand in einer Art Küche statt, die gleichzeitig als Wohnzimmer dient. Zwei Roma-Familien waren versammelt. In meinem Leben waren mir schon einige Formen von Armut begegnet. Hier traf ich die Ärmsten der Armen an. Die lauschenden und von Herzen singenden Menschen werden mir in Erinnerung bleiben. Genauso wie die Herzlichkeit, mit der wir Gäste empfangen und aufgenommen wurden. Deshalb: Köszönöm, Danke, dass ich als Delegierte der Jährlichen Konferenz Schweiz-Frankreich nach Ungarn fahren durfte!»

 

Quelle: Sekretariat des Bischofs Patrick Streiff, Zürich / Pfarrerin Annemarie Studer, Burgdorf


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