Er lebt, was er glaubt, und er glaubt, was er lebt.
Der frühere Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche in Österreich, Professor Helmut Nausner, wurde in Wien für seine Verdienste für die christlich-jüdische Verständigung geehrt.

IKG-Präsident Oskar Deutsch verliest das Dekret. In der Mitte IKG-Generalsekretär Raimund Fastenbauer, rechts Professor Helmut Nausner.
«Er lebt, was er glaubt, und glaubt, was er lebt.» Mit diesem Ausspruch würdigte Univ.-Prof. Dr. Martin Jäggle, Dekan der Katholisch-theologischen Fakultät in Wien, Prof. Helmut Nausner in seiner Laudatio am 29. März 2012 in der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG). Jäggle ist seit einem Jahr Nachfolger von Helmut Nausner als Vorsitzender des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit.
Anlass für diese Würdigung war die Verleihung der Marietta und Friedrich Torberg-Medaille durch die IKG an Helmut Nausner für seine Verdienste für die christlich-jüdische Verständigung. Der neue Präsident der IKG, Dr. Oskar Deutsch, überreichte das Dekret und die Medaille.
Seit 1998 ist Helmut Nausner Vorstandsmitglied des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, und er war von 2003 bis 2011 dessen Präsident. Mit Vorträgen und Fachartikeln zum christlich-jüdischen Dialog trat er an die Öffentlichkeit. Als Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche und im Rahmen des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich suchte er den Kontakt zur jüdischen Gemeinde. Besonderen Wert legt Nausner darauf, die Erinnerung an die Leidensgeschichte des jüdischen Volkes durch christliche Verachtung, Macht und Überheblichkeit zu bewahren und für die christliche Theologie zu bedenken.
Helmut Nausner findet auch klare Worte, den Christen und den Kirchen die besondere Bedeutung des Staates Israel für das jüdische Selbstverständnis zu vermitteln. Die Einführung des Tags des Judentums am Vortag der Gebetswoche für die Einheit der Christen ist wesentlich seiner Initiative zu verdanken.
Für seine persönliche Haltung, aber auch für die Breitenwirkung seines Engagements im christlich-jüdischen Dialog, wurde Prof. Helmut Nausner dieser Ehrung durch die jüdische Gemeinde würdig befunden.
Quelle: Superintendent Lothar Pöll, Wien / www.emk.at

