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Freude

"Glaube ist Liebe, Frieden und Freude im Heiligen Geist. Er ist die fröhlichste und heiterste Sache der Welt. Er ist völlig unvereinbar mit Griesgrämigkeit, Missmut, Hartherzigkeit und allem, was nicht der Sanftmut, Güte und Freundlichkeit Jesu entspricht."

John Wesley (1703 - 1791)

Dienstag 23. August 2011 15:50Alter: 3 yrs
/ Kategorie: Aus den Gemeinden

(K)ein Gemeindeaufbau in Strengelbach?

Die Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Strengelbach fühlt sich heute ganz anders an als noch vor 18 Monaten. Noch vor anderthalb Jahren war man sich einig: die Kirchgemeinde wird sterben. Die 25 Personen, die sich zur Johanneskirche zählten, sahen kaum eine Möglichkeit, etwas zu bewegen. Warum sieht das heute so anders aus? EMK-Pfarrer Stefan Moll berichtet über die unerwartete Wende, nachdem vor 10 Tagen der renovierte Kirchenraum in Strengelbach eingeweiht worden ist.

Der neu gestaltete Innenraum der Johanneskirche in Strengelbach

Am Anfang stand kein Konzept. Es gab auch keinen Plan, etwas zu verändern. Ehrlich gesagt waren alle ziemlich überrascht von der Bewegung, die plötzlich in diese kleine Gemeinde kam. Angefangen hat es mit dem Mut, diese Gemeinde zu lieben, so wie sie ist. Ja, das Haus ist innen etwas schmuddelig, die wenigen Menschen alt, der Gottesdienst manchmal ohne Instrumentalbegleitung. Die Sängerin und Musikdirektorin der Kantonsschule Zofingen, Ruth Soland, half manchmal aus. Und dazwischen zeigte Ernst Kunz seine Naturbilder und brachte sie in tiefgründige, meditative Gottesdienste ein. Und natürlich waren da auch die Worte und die Liebe von Robert Seitz, Pfarrer der EMK, jetzt in Strengelbach im Ruhestand. Vielleicht hat sich die Gemeinde Strengelbach gerade darum so verändert, weil sie sich nicht verändern musste.

 

Das Ganze begann eigentlich mit einer Panne. Ruth Soland anerbot sich, vor Ostern in einem Gottesdienst musikalische Beiträge von Giovanni Battista Pergolesi und Antonio Vivaldi zu singen, begleitet von Jörg Gugelmann, einem Zofinger Berufs-Pianisten. Doch am Sonntagmorgen klingelte das Telefon: „Ich kann nicht singen, bin krank, aber Jörg übernimmt den musikalischen Teil ganz.“ Dabei hatten wir doch „Fremde“ eingeladen – die auch tatsächlich in Scharen gekommen waren. Freude und Überraschung in einem. Nach diesem Sonntag reifte eine Idee – die „Besonderen“! Erstmals gestalteten wir einen Flyer für diese etwas anderen Gottesdienste. Aber der wurde nicht verteilt. Denn plötzlich fiel einigen auf: Man kann unmöglich Leute um 9 Uhr am Sonntag in den Gottesdienst einladen. Dann schlafen alle noch. Und so kam es, dass fast über Nacht die Anfangszeiten der Gottesdienste verschoben wurden. Die zweite Auflage der Flyer wurde dann breit gestreut. Dabei entdeckten viele aus der Gemeinde die Chance, dass sie ja damit ihre Freunde und Bekannten einladen konnten.

Bei den „Besondern“ wurden dann alle überrascht. Es war ja schon die Hoffnung, dass zwei oder drei Personen sich ansprechen lassen. Warum dann aber gleich 60 Leute erschienen, später sogar regelmässig bis 80 Personen, kann heute niemand sagen. Inzwischen entwickelte sich zudem ein Adress-Stamm von „Aussenstehenden“, die per Mail oder Briefpost jeweils eingeladen werden.

Hat man erst einmal die Gäste im Haus, schaut man besser auf die Ordnung: Die Johanneskirche Strengelbach und ihr Umschwung waren etwas gar abgegriffen. Zuerst stellten die Leute aus der EMK-Gemeinde die Umgebung wieder her. Hinter den frisch geschnittenen Büschen kam eine schöne kleine Kirche zum Vorschein.

 

Aber auch das Kircheninnere musste jetzt dringend saniert werden. Nach dem dritten Gottesdienst „der Besondere“ lagen erste Pläne vor. Wer in der EMK bauen will, muss sich auf lange Verfahren gefasst machen. Die Gemeinde in Strengelbach brachte dafür eigentlich keine Geduld auf. Aber was sein muss, muss sein. So führte der Bezirk Zofingen, zu dem Strengelbach gehört, die Bezirksversammlung über die geplante Sanierung als Allegro und nicht als Fuge durch. Den Willen, die kleine Kirche zu erneuern, unterstrich eine breit abgestützte Sammlung. Dabei kam rund ein Drittel mehr Geld zusammen, als der Umbau kostete. Nicht zu vergessen die vielen geleisteten Arbeitsstunden von Freiwilligen. Am 14. August besuchten genau 100 Personen den ersten Gottesdienst in der neuen Kirche.

 

Autor: Stefan Moll


United Methodist Church