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Freude

"Freut euch an allem, was der Ehre Gottes dient und Frieden und Freundlichkeit unter den Menschen fördert."

John Wesley (1703 - 1791)

Geschichte

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) entstand aus einer geistlichen und sozialen Erneuerungsbewegung, die im 18. Jahrhundert vom anglikanischen Pfarrer John Wesley (1703-1791) und dessen jüngeren Bruder Charles (1707-1788) angestossen wurde.

Als "Methodisten" verspottet

1729 hatte Charles Wesley an der Universitätsstadt Oxford, wo die Wesley-Brüder Theologie studierten, einen besonderen Kreis von Studenten zusammengeführt. Als sein Bruder John hinzukam, übernahm dieser die Leitung des Kreises. Die jungen Männer, die hier zusammen kamen, hielten gemeinsam Andacht, beteten miteinander und kümmerten sich um arme und kranke Menschen und um Strafgefangene. Gottes Liebe sollte praktisch ins Leben hinein umgesetzt werden. Weil sie ihren Glauben mit grossem Ernst und nach einer bestimmten Methode lebten, wurde dieser Kreis spöttisch als «Methodisten» bezeichnet. Dieser Spottname ging später auf die Erneuerungsbewegung über.

 

Die beiden Brüder folgten nach Abschluss des Studiums einem Ruf nach Amerika, um unter den Indianern missionarisch zu wirken. Diese Arbeit mussten sie erfolglos beenden und kehrten dann wieder nach Grossbritannien zurück. Dort machten beide im Jahr 1738 wenig nacheinander tiefe geistliche Erfahrungen und fanden zur Gewissheit, durch Gottes Liebe angenommen zu sein.

 

Durch George Whitefield, der auch schon zu dem Oxforder Kreis der Studenten gehört hatte, erhielt John Wesley den Impuls,  nicht nur in den Kirchen, sondern vielmehr im Freien zu predigen – und so die Menschen zu erreichen, denen die Kirche fremd geworden war. Von da an breitete sich die Bewegung sehr rasch aus. Von ersten Gemeinschaften in London, Bristol und Newcastle aus entstand bald ein Netzwerk methodistischer Gemeinschaften in Grossbritannien, Irland und Schottland. Neben der Predigttätigkeit im Freien war dies auch darum möglich, weil John Wesley Laienprediger damit beauftragte, die neu gegründeten Gemeinschaften zu leiten. Ebenso wichtig war das neu entstehende Liedgut, in dem wichtige Aspekte der Theologie und Erfahrung der Bewegung ihren eingängigen Ausdruck fanden. Vor allem Charles Wesley gab mit seinen rund 6500 Liedern der Bewegung entscheidende Impulse für ihre Spiritualität und die Evangelisation.

 

John Wesley war nicht nur Prediger und Organisator der entstehenden Bewegung, sondern hat dies immer verbunden mit grossem Engagement in sozialen Fragen. Er setzte sich ein für die Erneuerung des Strafvollzugs und für die Abschaffung der Sklaverei, leitete an zur Gesundheitsvorsorge und zum rechten Gebrauch des Geldes.

Erneuerer der anglikanischen Kirche

John und Charles Wesley wollten keine eigene Kirche gründen, sondern die anglikanische Kirche erneuern. Zeit Lebens blieben sie anglikanische Pfarrer. Erst nach ihrem Tod kam es zur Trennung von der anglikanischen Kirche. Eine eigene Kirche wurde die methodistische Erneurungsbewegung aber zuerst und noch zu Lebzeiten der Wesleys  in Amerika:

 

Mit den Auswanderern, die in die englischen Kolonien nach Nordamerika kamen, breitete sich diese Bewegung auch dort aus. Als sich nach der Unabhängigkeit die anglikanische Kirche aus den abtrünnigen Kolonien zurückzog, weil sie ja Kirche der englischen Krone war, organisierten Methodisten in diesem kirchlichen Niemandsland eine eigene Kirche. Aus diesen Anfängen erwuchs die Methodistenkirche in den USA. Dr. Thomas Coke (1747-1814) und Francis Asbury (1745-1816) waren die ersten Bischöfe dieser «Bischöflichen Methodistenkirche»

 

Neben der englischsprachigen Methodistenkirche entstanden in den USA um 1800 weitere kirchliche Gemeinschaften, die methodistisch geprägt waren, sich aber den deutschsprachigen Einwanderern zuwandten. Zum einen entstand so die «Kirche der Vereinigten Brüder in Christo» und zum anderen die von Jacob Albrecht (1759-1808) gegründete Bewegung, die sich seit 1816 «Evangelische Gemeinschaft» nannte. Beide Gemeinschaften schlossen sich 1946 zur «Evangelischen Vereinigten Brüderkirche» zusammen. Diese und die Bischöfliche Methodistenkirche vereinigten sich schliesslich 1968 zur «United Methodist Church» (UMC). Die Evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz ist Teil dieser UMC.

 

Sigmar Friedrich, E-Mail

United Methodist Church