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Eine weltweite Kirche

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) ist keine lokale, keine kantonale und auch keine nationale Kirche. Sie ist vielmehr ein weltweiter Verbund von zusammen gehörenden und aufeinander angewiesenen Gemeinden. Diese «Connexio» hilft den Gemeinden, sich weder als die ganze Kirche zu verstehen noch mit dem Anspruch aufzutreten, allein selig machend zu sein.

 

Natürlich, eine methodistische Gemeinde in der Ostschweiz kann ein völlig anderes Gesicht haben als eine solche im Aargau, und wer die EMK in der Schweiz kennen gelernt hat, wird in den USA, in Polen oder in der DR Kongo noch einmal ganz neue Erfahrungen machen. Das liegt daran, dass die Grundlagen des Glaubens, der Lehre und des kirchlichen Lebens zwar weltweit gleich sind, dass aus rechtlichen, gesellschaftlichen oder kulturellen Gründen in Detailfragen aber Anpassungen gemacht werden. Und es liegt daran, dass die Menschen hier und dort einfach sehr verschieden sein können. Doch wenn dies auch so sein mag, es ändert nichts daran, dass die vielfältigsten methodistischen Gemeinden in Afrika, Amerika, Asien und Europa Teil einer weltweiten Kirche sind: der United Methodist Church.

 

Diese weltweite Struktur ist übrigens nicht Selbstzweck, sondern verfolgt ein Ziel. Die Kirchenordnung sagt dazu: «Dieser Verbund befähigt unseren Glauben, in der Liebe tätig zu werden, und verstärkt unsere Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit in der Welt.»

Die EMK in Europa

Die EMK in Europa

Die EMK in der Schweiz ist Teil der Jährlichen Konferenz Schweiz-Frankreich, die das oberste Entscheidungsorgan der Kirche im Konferenzgebiet bildet und in der Regel einmal im Jahr tagt. Zusammen mit weiteren sechs Jährlichen Konferenzen bildet die Jährliche Konferenz Schweiz-Frankreich die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa. Diese umfasst die folgenden 16 Länder: Albanien, Algerien, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Kroatien, Mazedonien, Österreich, Polen, Rumänien, Schweiz, Serbien, Slowakische Republik, Tschechische Republik, Tunesien und Ungarn. Die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa steht unter der Leitung von Bischof Patrick Streiff. In Europa gibt es drei Zentralkonferenzen (Deutschland, Mittel- und Südeuropa, Nordeuropa), wobei die Zentralkonferenz von Nordeuropa aus zwei bischöflichen Aufsichtsgebieten besteht (einerseits Skandinavien und Baltikum, andererseits Russland und weitere Staaten, die nach dem Zerfall der Sowjetunion entstanden sind).

 

Delegierte aus allen Jährlichen Konferenzen der ganzen Welt bilden schliesslich die Generalkonferenz. Diese tagt alle vier Jahre und ist die höchste legislative Behörde der weltweiten EMK. Von ihr eingesetzt und ihr gegenüber verantwortlich sind verschiedene Behörden, die beispielsweise in den Bereichen Jüngerschaft, Kirche und Gesellschaft, Mission oder theologische Ausbildung intensiv tätig sind.

 

In gewissen Dingen mag diese Grenzen überschreitende Struktur schwerfällig sein und aufwändig. Sie hat auch ihren Preis. Aber das weltweite Zusammengehören birgt einen grossen menschlichen, kulturellen und nicht zuletzt auch geistlichen Reichtum, den zu entdecken sich lohnt. Und nicht zuletzt hat sich auf dieser Erde schon vieles verändert, weil Methodistinnen und Methodisten im Rahmen der weltweiten «Connexio» voneinander gelernt und miteinander geteilt haben.

Urs Schweizer, E-Mail

Monatsgebet

für die weltweite Kirche

 

Im Mai denken wir besonders an die

Roma

und an die Menschen, die mit ihnen zusammen arbeiten. 

In Europa leben rund 12 Millionen Roma – die meisten davon im östlichen Mitteleuropa und auf dem Balkan. Auch wenn sie mehrheitlich sesshaft sind, ist ihre soziale Integration vielerorts gescheitert. Roma werden diskriminiert und sind oft mit Vorurteilen und mit Gewalt konfrontiert. Vom 24. – 27. Mai findet eine Roma-Konsultation in Ungarn statt. 16 Personen der EMK aus acht Ländern treffen sich, um ihre Erfahrungen mit der Arbeit mit Roma auszutauschen. Eine Grundfrage ist: Wie kann aus einem Dienst und einer Mission für die Roma immer stärker eine gemeinsame kirchliche Arbeit von Menschen mit unterschiedlichem ethnischen Hintergrund werden?

 

Fürbitten

 

Gütiger und treuer Gott

 

Wir danken dir für die Menschen in ganz verschiedenen Ländern, denen die Not der Roma zu Herzen geht und die nicht hinnehmen wollen, dass ihre Mitmenschen diskriminiert werden. Danke, dass sie sich mit praktischer Unterstützung und Bildungsangeboten dafür einsetzen, die Lebensumstände der Roma zu verbessern.

 

Wir danken dir für die Roma, die sich zu Pastoren ausbilden lassen, und die wichtige Personen für vor allem aus Roma bestehende Hauskreise und Gemeinden sind.

 

Wir bitten dich: Begleite die Menschen, die mit Roma unterwegs sind. Schenke Weisheit und Liebe. Lass ihre Gemeinden Orte sein, an denen Menschen erleben, dass sie willkommen und angenommen sind.

 

Wir danken dir, dass sich Ende Mai Personen mit ganz verschiedenen Hintergründen zur Roma-Konsultation treffen und ihre Arbeit auswerten wollen.

 

Wir bitten dich: Segne dieses Zusammensein, dass die Teilnehmenden von einander lernen und einander Mut machen können. Schenke gute Ideen und Anfänge, wie die Arbeit und der Dienst mit den Roma noch stärker gemeinsam wahrgenommen werden kann.

 

Amen

United Methodist Church